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Soziale Bewegungen in Kolumbien

Eine Speakerstour der Interventionistischen Linken [iL]
wann: 
Dienstag, 4. November 2014 - 19:00
was: 
Veranstaltung
wo: 
Café ExZess, Leipziger Str. 91, Frankfurt
wer: 
iL-Frankfurt

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Während Regierung und FARC einen Waffenstillstand verhandeln, den sie Frieden nennen, geht der Krieg um Bodenschätze und Kokain auf dem Land ununterbrochen weiter. Die Städte leiden unter sozialer Ausgrenzung, Armut und Flüchtlingsproblematik. In den marginalisierten Regionen vergiften multinationale Konzerne das Wasser und das Ackerland – in den Großstädten haben die marginalisierten Viertel kein Wasser und Strom.

Paramilitärs tyrannisieren die Bevölkerung, teils in eigenem Interesse, teils unter Befehl der Militärs. Die politische Opposition – von den Student*innen, die eine öffentliche Bibliothek und das Ballett erhalten wollen bis zu Gewerkschaftler*innen und Bauernvertreter*innen werden alltäglich bedroht, entführt und ermordet.

2008 gründeten verschiedene Basisorganisationen den Congreso de los Pueblos, eine landesweite Vernetzung linker Gruppen mit bis zu 30.000 Mitgliedern, um sich zu schützen und eine gemeinsame Politik zu entwickeln. Viele Gruppen befürchten, eine mögliche Einigung zwischen Regierung und FARC und anschliessende Waffenabgabe der Guerilla könne in den umkämpften Regionen Militär und Paramilitärs wieder stärker werden lassen. Um Frieden zu schaffen sei aber laut Aktivist*innen zuerst soziale Gerechtigkeit notwendig. Sie fordern revolutionäre Veränderungen wie die Neuvergabe von Landbesitz.
In diesem Netzwerk sind vor allem Bäuer*innen, Minenarbeiter*innen, Landarbeiter*innen, aber eben auch Indigene, studentische Gruppen und Recht auf Stadt-Initiativen aktiv.
Die Referentinnen Yolima und Luzmila sind Teil des Congreso de los Pueblos und selbst betroffen von Bedrohungen. Sie sind vom Congreso de los Pueblos mit Mandatos Popular ausgestattet und Yolima befindet sich zur Zeit in einem Schutzprogramm in Spanien und im Baskenland. Sie ist Mitglied einer Recht auf Stadt Gruppe in Medellin und wird über die Kämpfe im urbanen Raum berichten – vor allem vom Umgang mit den über 5 Millionen Binnenflüchtlingen, die an den Stadträndern um ihr Überleben kämpfen, zumeist nach traumatischen Erlebnissen im bewaffneten Konflikt.

Luzmila, mandatiert als Sprecherin für die Frage nach Landbesitz und Extraktivismus, kommt aus dem südlichen Bundesland Nariño.
Die Region ist noch immer in einen dreckigen Krieg zwischen Drogenmafia, multinationalen Öl-, Kohle- und Goldfirmen verwickelt, der täglich Opfer durch selbstgebaute Landminen fordert. Davon betroffen sind besonders die indigenen Reservate, die von eigens gegründeten Militärbataillonen zum Schutz der Konzerne bedroht werden. Luzmila ist aktiv in Projekten gegen Minen und vor allem in der linksradikalen Bäuer*innen-Organisation CNA. Sie wird vom Widerstand gegen multinationale Konzerne, von Kriegsopfern, von Konflikten zwischen Guerilla und (Para-)Militärs, der Debatte um Kokaanbau und Menschenrechtsverletzungen in den ländlichen Regionen berichten.

Wir möchten im Anschluss auch unsere eigene Position zu dem Konflikt diskutieren und die Frage nach internationaler Solidarität und Unterstützung stellen. Dazu werden wir die Arbeit des REDHER vorstellen, einem internationalistischen Netzwerk, dass Menschenrechtsarbeit in Kolumbien organisiert, die Lage der Aktivist*innen dokumentiert und vor Ort mit den Gruppen gemeinsam politisch aktiv ist.

Kolumbianische Partnerorganisationen:
Congreso de los Pueblos: congresodelospueblos.org
RED de HERmandad y solidaridad con Colombia: redcolombia.org

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