Back to Top

Sammlung von Newsfeeds

Nazis in Neukölln - Jour fixe der IL Berlin

[iL*] - 18. November 2019 - 20:08

Ein Überblick über Neonazi-Strukturen in Neukölln, ihre Verstrickungen mit dem Sicherheitsapparat - und was wir dagegen tun können

Neukölln ist, insbesondere südlich des S-Bahn-Rings, seit Jahren ein Schwerpunkt rechtsradikaler Übergriffe: Autos werden angezündet, Menschen bedroht, eingeschüchtert und ermordet. Stolpersteine werden gestohlen, Gedenkstätten zerstört, es gibt Angriffe auf Geflüchtetenunterkünfte und Moscheen. Neukölln ist umkämpft. Rassist:innen wollen ihre politischen Vorstellungen durchsetzen und fühlen sich dabei von den Wahlerfolgen der AfD bestärkt. Vor den Ermittlungsbehörden müssen sie keine Angst haben, im Gegenteil: Immer wieder werden Skandale öffentlich, die darauf hinweisen, dass Nazi-Netzwerke in Neukölln mit Polizei und Verfassungsschutz verstrickt sind.

Wir wollen in dieser Veranstaltung einen Überblick geben über die Entwicklungen und das Personal der Neuköllner Naziszene – aber auch die vielen Initiativen und das vielfältige Engagement gegen Nazis im Bezirk vorstellen.

Im Anschluss an den inhaltlichen Teil findet unser offener Kneipenabend statt. Alle, die sich dafür interessieren, bei der IL Berlin mitzumachen, haben hier die Gelegenheit, die Gruppe besser kennenzulernen.

Die IL vor einem Scheideweg

[iL*]-Debattenblog - 16. November 2019 - 14:30

Welchen weiteren Weg der Organisierung muss die IL langfristig gehen, wie kämpfen? Der Genosse Daniel aus Berlin stellt hierzu ausführliche Thesen zur Diskussion - nach den ersten Fünf in Teil 1 hier nun die Thesen Sechs bis bis Neun.

(Hier zu Teil 1)

These 6. Kapitalismus ist instabil, das ist Teil des Systems. Und wenn ich von einem System spreche, dann meine ich ein komplexes System, dass aus zahlreichen integrierenden, desintegrierenden und reintegrierenden Subsystemen besteht.

Der Druck in verschiedenen Systemen in gegenläufigen Richtungen erzeugt eine systematische Instabilität. Diese Instabilität findet ihren Ausdruck in Krisen, die, wenn sie nicht von revolutionären Kräften als Chance ergriffen werden, über die Schaffung eines historischen Blocks (Gramsci) gelöst wird. Diese momentäre Einheit zur Überwindung der Krise trägt in sich allerdings wiederum neue Spannungen.

Diese Blöcke sind ›historische Übereinkommen‹, wie Stuart Hall sie nennen würde, die immer das Endergebnis von Aushandlungsprozessen zwischen verschiedenen Kräften und Akteur*innen in der Krise sind. Sie fußen letztendlich auf den Leben (Leichen) der popularen Kräfte, und die fortgesetzte Ausbeutung und Unterdrückung führt zu weiteren Spannungen von unten. Die dominanten Kräfte formen hingegen neue Allianzen und Verbindungen, mit neuen Kräften und Spannungen. Ähnlich einem Foucaultschen Pendel, stehen verschiedene Kräfte in einem Spannungsverhältnis und drängen in das Zentrum der politischen Schwerkraft.

Der Amerikanische New Deal ist ein Paradebeispiel dafür, wie diese historischen Übereinkommen letztendlich zu einer Zersetzung revolutionärer/popularer Kräfte führen. Mit dem New Deal reagierte Roosevelt auf die wachsende Macht streikender Arbeiter*innen. Es gelang ihm, mit dem Deal diese Macht zu zerstören und die Autonomie der Arbeiter*innenklasse zu schwächen. Die höheren Löhne – zweifelsohne ein großer Gewinn für viele Arbeiter*innen – waren jetzt als »Familienlöhne« entwickelt. Ein Einkommen sicherte das Auskommen der Familie; ein strategischer Zug, um die Macht der weiblichen Industriearbeiter*innen zu schwächen. Die ersten Schritte dieser »Housewifeization« dienten dazu, Frauen* ihre wachsende wirtschaftliche Macht zu entziehen, die sie als Industriearbeiter*innen seit dem Bürgerkrieg zunehmend erkämpft hatten. Der Ausschluss von People of Color von den Vorteilen des New Deal war ein weiteres zentrales Element zur Aufspaltung der kämpfenden Arbeiter*innenklasse und zum Erhalt der rassistisch begründeten Gesellschaftsordnung. Die rassistischen Trennungen innerhalb der Arbeiter*innenklasse schufen zum einen eine Art »Reservearmee« an Arbeitskräften mit geringen Rechten und erlaubten zum anderen die schnelle Anrufung eines »folk devel« (Hall) als Staatsfeind und als Schuldige in Zeiten politischer oder ökonomischer Krisen. Zusätzlich wurde mit dem New Deal eine Reihe von Gesetzen eingeführt, die zwar auf der einen Seite eine Anerkennung der gewerkschaftlichen Organisierung beinhalteten, aber der anderen Seite aber die Autonomie der Gewerkschaften massiv untergrub und ihr handeln in staatlich kontrollierte Bahnen lenkte.

In jedem Fall ist es aber so, dass die Spannung zwischen Profitstreben und politischen Interventionen zu Spannungen führt. Wenn wir eine revolutionäre Reformstrategie entwickeln wollen, müssen wir uns darüber im klaren sein, dass die Übernahme systemischer (re)produktiver Funktionen und die Entwicklung von antirassistischen, feministischen und arbeiter*innenfokussierten Prozessen in ihnen korrosive Effekte auf das gesamte System haben.

Indem wir systemische Funktionen umgestalten, können wir uns einem Kaskadeneffekt annähern. Wenn wir diesen Punkt erreichen, ist es...

1999 - 2019: 20 Jahre Linksradikale!

[iL*] - 14. November 2019 - 1:18
Interventionistische Linke Marburg - Für immer d.i.s.s.i.d.e.n.t.

Willkommen auf der neuen Webseite der iL Marburg!

Zu unserem 20 jährigen Jubiläum haben wir von "Gruppe d.i.s.s.i.d.e.n.t." in "Interventionistische Linke Marburg" umbenannt. Warum, das könnt ihr hier bald nachlesen. Darüber hinaus haben wir auch unsere Infrastruktur diesem Wandel angepasst. Neben unserer Webseite findet ihr uns weiterhin auf Facebook unter www.facebook.com/gruppedissident und twitter unter www.twitter.com/gruppedissident.

Gerade sind wir mit der Revolution und unserem Jubiläum beschäftigt. Aktuelle Infos findet ihr solange auf facebook oder der iL-Gesamtseite, die ihr unter www.interventionistischer-linke.org erreicht.

Eure iL Marburg <3

Bolivien und die tiefe Umwälzung ins Desaster

[iL*]-Debattenblog - 13. November 2019 - 16:20

Einst Teil des südamerikanischen antineoliberalen Aufbruchs, haben andauernde Proteste in Bolivien zur Abdankung des indigenen Präsidenten Evo Morales geführt, der das Land verlassen musste und von Mexiko politisches Asyl gewährt bekam. Raquel Gutiérrez Aguilar, militante Akademikerin und feministische Aktivistin zeichnet in mehreren Schritten die Prozesse und Ereignisse nach, die zu den Umwälzungen führten. Und kritisiert die Hahnenkämpfe der Machos um die Macht.

Mehrere Wochen sind seit den Präsidentschaftswahlen in Bolivien am 20. Oktober vergangen, die Ereignisse überschlagen sich seitdem. Es ist ungemein schwer zu begreifen, was alles auf dem Spiel steht. Heute drückt sich auf den Straßen in Bolivien nicht nur ein Wahlkonflikt aus, sondern – mindestens – eine starke und heterogene Wut gegenüber zehn schlimmen Jahren unter Präsident Evo Morales. Zur Zielscheibe der Wut wurde auch und die Art und Weise, wie unter seiner macho-leninistischen und pseudo plurinationalen Regierung, die politische Befehlsgewalt, die Ökonomie und das öffentliche Leben gestaltet werden. Diese ganze soziale Energie der Missachtung und der Rügen, die die Bevölkerung nicht mehr bereit ist zuzulassen, wird von einer gigantischen Maschinerie umringt, die sich aus den tobsüchtigsten und machistischsten konservativen, kapitalistischen, rassistischen und religiösen Positionen zusammensetzt.

Ich unternehme hier den Versuch einer Erklärung, in dem ich konträre Ereignisse und Narrative miteinander verbinde, denn in diesen Momenten dreht es sich darum, die Logik der Polarisierung, des Zusammenstoßes und des „champa guerras“ [Anm. d. R.: eine Form des Bürgerkrieges] aufzubrechen, die die Städte und Regionen im Land zerreißen. Doch es dreht sich genauso darum, von der Grausamkeit zu lernen der man sich konfrontiert sieht.

1. Was nicht vergessen werden darf

Seit zehn Jahren verstehen sich die Bolivianer*innen betrogen , seit über die Verfassung paktiert und das Fortbestehen des Großgrundbesitzes mit den ländlichen Großeigentümern im Osten vereinbart wurde. Eine Reihe verfassungsgebender Abgeordneter, Frauen und Männern der unterschiedlichen Nationalitäten des Landes, erkannte das damals nicht an. Was jedoch auch stimmt und beachtet werden muss: es waren Personen, die erst durch die parteiische Vermittlung der MAS [Anm. d. R.: die Regierungspartei] zu ihrer Position kamen. Und es war die MAS, die die Repräsentation in Parteiform als einzige politische Aktivität und Teilhabe akzeptierte und aufrecht hielt und zeitgleich – auf hinterhältige Art und Weise – jegliche andere Form des politischen Wettbewerbs aberkannte und dadurch die demokratische Erweiterung unterband. Für viele ist das nicht vergessen.

2. Was man klar haben muss

Am 21. Februar 2016 wurde zu einem Referendum aufgerufen, in dem die bolivianische Bevölkerung zur vierten Wiederwahl von Evo gefragt wurden – entgegen der eigenen Verfassung bzw. gegen das, worüber man sich schon 2009 entschieden hatte. Und Bolivien sagte NEIN. Nein zur unbestimmten Wiederwahl eines politischen Regimes, das mitsamt einer antiimperialistischen Rhetorik den Extraktivismus weiter schürt. Eines Regimes, das ungemein autoritär ist, auch wenn es sich plurinational kleidet. Ein extraktivistisches politisches Regime also, das gänzlich anti-kommunitär und mysogen ist.

Später hat die juridische und argumentative Akrobatik hinsichtlich des »politischen Rechts« auf Wiederwahl, die die nächsten Jahre bestimmen sollte, bei vielen zu Frustration geführt. Vor allem dann, als diese Verrenkung Morales dazu »befähigte«, auf unbestimmte...

EIN HITLERGRUSS UND DIE REAKTIONEN

[iL*] - 13. November 2019 - 5:14
... oder wie die Leitung der Uni Frankfurt den Rechtsruck vorantreibt

Mittlerweile dürfte allen klar sein, dass die politische Landschaft in Deutschland seit Jahren einen voranschreitenden Rechtsruck erlebt. Die Wahlerfolge, welche die AfD jüngst in Brandenburg, Thüringen und Sachsen eingefahren hat, geschehen jedoch nicht einfach im luftleeren Raum, sondern stehen in Wechselwirkung mit gesellschaftlichen Entwicklungen - das heißt, wie über bzw. ob überhaupt mit Rechten gesprochen wird und wie der zivilgesellschaftliche Umgang mit ihnen im Alltag aussieht, hat einen starken Einfluss darauf, wie weit diese Rechtsentwicklung noch voranschreitet. Dazu zählt nicht nur das Erstarken der AfD und das wiedergewonnene Selbstbewusstsein rechter Akteur*innen auf der Straße, sondern eben auch die jüngste Welle rechten Terrors. Rechte Terroristen schreiten dann zur Tat, wenn sie einen großen Teil der Bevölkerung hinter sich wähnen - durch zunehmende Akzeptanz rechter Positionen fühlen sich die Täter in ihrem Weltbild bestätigt.

Was hat das mit dem Hitlergruß in der O-Woche für Lehramtsstudierende zu tun?

Kurz nach den Orientierungsveranstaltungen des Wintersemesters veröffentlichte die Fachschaft Gesellschaftswissenschaften ein Video, das eine Szene aus der O-Woche für Lehramtsstudierende zeigte. Der in diesem Video gezeigte Hitlergruß oder viel eher die danach folgenden Reaktionen sind symptomatisch für einen Umgang mit Rechts, der sich vor allem durch Relativierung, Bagatellisierung und Täter-Opfer-Umkehr auszeichnet. Das Video zeigt eine Person, die ihren rechten Arm samt Fingern stramm durchstreckt und nicht, wie vom Uni-Präsidium behauptet, „nicht eindeutige Verhaltensweisen und Gesten“ verwendet (Offizielles Statement der Goethe-Uni, 23.10.19): Offensichtlicher kann ein Hitlergruß kaum sein.
Was die Gemüter der Unileitung und einiger anderer jedoch erhitzte, ist nicht, dass eine Person in der O- Woche des Lehramts problemlos einen Hitlergruß zeigen kann, sondern vielmehr, dass es couragierte Menschen gibt, die das Video öffentlich skandalisierten. Mit dieser Reaktion, die nicht das Zeigen, sondern das Anprangern des Hitlergrußes verurteilt, machen sich die Uni-Leitung und viele Andere zu Kompliz*innen des gerade stattfindenden Rechtsrucks.
Denn statt über das Problem und mögliche Konsequenzen für den Täter zu sprechen, sucht man lieber das direkte Gespräch mit dem Täter selbst. Statt über die Bedrohlichkeit solcher Szenen für Betroffenen rechter Gewalt und die öffentliche Zurschaustellung diskriminierender Ideologie durch den Täter zu reden, behauptet man lieber, dass der Täter durch die Veröffentlichung des Videos selbst diskriminiert würde. Anstatt also das Problem zu benennen und zu handeln, wird es relativiert und das Zeigen eines faschistischen Grußes heruntergespielt. Der Täter wird zum Opfer verkehrt und die Kritiker*innen solcher Vorkommnisse zu den eigentlichen Täter*innen, zu Nestbeschmutzer*innen, zum eigentlichen Problem ernannt.
Auch um die im Video zu sehenden Personen, welche die Geste offenbar sofort richtig deuten, jedoch nur mit einer Mischung aus belustigter Irritation und Unentschlossenheit reagieren, sorgt sich die Unileitung mehr, als um all jene, die durch einen Hitlergruß bedroht werden. Ja, es ist peinlich, in einer solchen keinen Widerspruch zu äußern und dabei noch gefilmt zu werden. Aber es ist noch peinlicher, sich im Nachhinein mit Verweis auf Persönlichkeitsrechte zum Opfer zu stilisieren.

Kein Platz für rechte Propaganda an der Uni?

Diese beispielhafte Dynamik der Relativierung, Verleugnung und Täter-Opfer-Umkehr ließ sich an der Goethe-Uni schon in der Vergangenheit beobachten: als sich Protest gegen den Auftritt von Polizeigewerkschaftschef und Rechtsaußen Rainer Wendt regte, als gegen die rassistischen Äußerungen des Professors Egbert Jahn protestiert wurde oder als eine Psychologiestudentin als Mitglied der ‚Identitären Bewegung‘ geoutet wurde - große Teile der Universitätsöffentlichkeit zogen es vor, über die Verrohung des universitären Diskurses und die vermeintlich zunehmend eingeschränkte Meinungsfreiheit durch linke Gruppen zu debattieren, anstatt sich klar gegen rechte Umtriebe an der Universität selbst zu stellen. Wer den Verlust des angeblich so demokratischen und freien Diskurses der vergangenen Jahrzehnte beklagt, verschweigt dabei aber die Kontinuitäten rechter Ideologien in allen Gesellschaftsteilen ebenso wie den Umstand, dass marginalisierte Gruppen seit jeher von diesem Diskurs ausgeschlossen waren. Den Betroffenen rechter Politik gilt es Gehör zu verschaffen, nicht den geistigen Brandtstifter*innen Echokammern für ihre Hetze zu verschaffen.
Die Uni-Leitung ist sich nicht zu schade, in dieser Gemengelage eine vorgeblich neutrale Position der Mitte zu beschwören. Das ist fatal: Angesichts rechter Hetze kann es kein neutrales Beiseitestehen geben. De facto sind es oftmals eben jene als intolerante Linksextremist*innen verschrienen Menschen, die das Leitbild der Universität, welches sich offiziell gegen "Rassismus, Nationalismus und Antisemitismus" positioniert, als einzige aktiv verteidigen.
Diese Vorfälle an der Uni spiegeln zudem die Strategie der sogenannten 'Neuen Rechten' wider: Mit ihrer Hetze loten sie den Raum des Sagbaren ständig weiter aus, um dann bei jeder Kritik zu relativieren und sich als das eigentlich Opfer eines angeblich linken Mainstreams zu inszenieren. Dem geht leider nicht nur die Leitung der Universität Frankfurt vollständig auf den Leim, sondern ihr Verhalten ist beispielhaft für die bürgerliche ‚Mitte‘ der Gesellschaft.

Konsequent gegen rechte Hetze

Dieser Umgang mit rechten Taten ist trauriger Alltag und die Uni Frankfurt dabei keine Ausnahme. Im Gegenteil: Dieselben Deutungs- und Argumentationsmuster kennen wir mittlerweile aus Talkshows, dem Feuilleton, den sozialen Medien und aus den Parlamenten. Wenn wir aber wirklich etwas gegen den zunehmenden Rechtsruck tun wollen, dürfen weder solche rechten Taten noch die darauffolgende Relativierung hingenommen werden. Rassismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit, Antisemitismus und andere rechte Hetze müssen von uns allen als solche benannt und immer wieder aufs Neue skandalisiert werden. Sich ernsthaft mit den Betroffenen rechter Gewalt zu solidarisieren, heißt eben auch, rechten Ideologien deutlich und öffentlich entgegenzutreten. Nur mit einer klaren Absage, mit einem klaren Nein zu sämtlichen menschenfeindlichen Einstellungen können wir den Rechtsruck bekämpfen. Wer abwiegelt, relativiert oder ein ‚klärendes‘ Gespräch mit solchen Hetzer*innen sucht, akzeptiert oder verleugnet auf die eine oder andere Weise, dass die Rechten andere Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Aussehens, ihrer Sexualität oder ihres Geschlechts 'jagen' und 'entsorgen', 'absaufen lassen' und einsperren wollen. Nur ein konsequentes, solidarisches und öffentliches Vorgehen gegen solche Positionen kann den Rechtsruck stoppen!

Deshalb fordern wir die Uni auf,
- die Studierendenschaft beim Kampf gegen rechts aktiv zu bestärken, anstatt sie zu behindern,
- Veranstaltungen der O-Woche, die das Zeigen eines Hitlergrußes begünstigen, nicht mehr zu unterstützen
- und sich endlich mit den Betroffenen rechter Gewalt zu solidarisieren.
Rechte Scheiße benennen und bekämpfen - an der Uni, auf der Arbeit, im Viertel, überall!

Interventionistische Linke Frankfurt

Flugi

Revolutionäre Realpolitik in Chile

[iL*]-Debattenblog - 12. November 2019 - 13:25

»In Chile sehen wir in Aktion die Parolen und Praktiken des feministischen Streiks im Entwurf der Massen als einem plurinationalen Generalstreik.« Die argentinische Aktivistin Verónica Gago gibt Einblick in die aktuellen Auseinandersetzungen in Chile und benennt feministische Politik als alltägliche Revolution.

Ich schreibe diese Worte vor einem Chile in Brand gesetzt durch einen spektakulären Aufstand, studentisch, Mapuche, popular und feministisch, der in einer Woche die beliebte Kulisse des Neoliberalismus in unserer Region, seit seinen Anfängen 1973, umgedreht hat. Ich könnte auch an die jüngsten Proteste in Ecuador denken, an die in Haiti oder an die, die Puerto Rico vor einigen Monaten erzittern ließen, nur um auf dieser Seite der Landkarte zu bleiben. Was ich für diesen Austausch vorschlage, ist, den aktuellen Zyklus als eine Wiederbelebung des politischen Antagonismus seit der Feministischen Revolution zu charakterisieren.
Immer wieder ist das Misstrauen gegenüber der Verwendung dieses Wortes - Revolution - ein Symptom für seine verengte Verwendung auf bestimmte historische Episoden und bestätigt ein Misstrauen gegenüber der Gegenwart, das darin besteht, darauf zu beharren, dass die Gegenwart einem bestimmten historischen Inhalt von Revolution nicht mehr gerecht werden könnte.
Sich in den stattfindenden Revolten und in der Dynamik des politischen Prozesses des transnationalen feministischen Streiks der letzten Jahre zu verorten (in mehr als fünfzig Ländern, die nicht auf die westliche Geographie beschränkt sind) erfordert einen Realismus für diesen Begriff. Die feministische Revolution dieser Zeit kommt, um die Verkündung des Endes der Revolution in Frage zu stellen, die mit reinem Glauben an die Niederlage damit endet, die existierenden konkreten Dynamiken von Ungehorsam, Revolte und radikalem Wandel zu befrieden und zu diskreditieren.

Von welcher Revolution sprechen wir? 

Die Revolution der Körper, in den Straßen, in den Betten und in den Haushalten setzt und entwirft die Reichweite, die die Parole »Wir wollen Alles verändern!« ausdrückt. Das Begehren nach Revolution, gelebt aus dem Realismus heraus, der in der Erschütterung der sozialen Beziehungen liegt, die durch Formen des Infragestellens und des Ungehorsams alle Bereiche verändert haben, bekräftigt, dass die Zeit der Revolution jetzt ist (und kein entferntes Endziel).
Lasst uns sehen was in Chile passiert ist: Wir sehen in der Tat die Slogans und Praktiken des feministischen Streiks als Entwurf der Massen eines plurinationalen Generalstreiks. Es handelt sich dabei um eine Ansammlung von Erfahrungen, die es geschafft hat, die Struktur der Kämpfe, ihre Organisationsweisen, ihre politischen Formeln, ihre historischen Bündnisse zu verändern. Dies drückt sich in den Parolen an den Wänden aus. Zwei Beispiele:

  • »Sie schulden uns ein Leben«. Die Synthese der Parole besagt, die Schulden umzudrehen, zu fragen: Wer schuldet Wem?; Gesprayt auf die Banken der Chicago Boys in Chile, dem Land mit der höchsten Verschuldungsrate pro Kopf in der Region. Angesichts des Anstiegs der Lebenshaltungskosten, d.h. der Wertextraktion aus jedem Moment der sozialen Reproduktion, wird mit der Praxis-Parole #EvasiónMasiva/Massenschwarzfahren ein finanzieller Ungehorsam umgesetzt.
  • Zweites Beispiel einer Graffiti-Synthese: »Paco/Bulle, Faschist, deine Tochter ist eine Feministin«, weist auf die tiefe patriarchale Destabilisierung hin, auf die der heutige Faschismus reagiert, auf seine filigrane, zugleich mikro- politische und strukturelle Destabilisierung.

In...

Extinction Rebellion (XR)

[iL*]-Debattenblog - 8. November 2019 - 9:35

XR wird in der Klimabewegung derzeit heiß diskutiert. Aus der radikalen Linken kommt viel Kritik, teils auch pauschale Ablehnung. Wir als iL freuen uns über den Mobilisierungserfolg der Rebellionswoche und arbeiten mit XR zusammen. Dennoch sehen auch wir manches kritisch. Unsere Einwände haben wir nun in Form eines offenen Briefes an XR etwas ausführlicher begründet. Wir hoffen auf eine spannende Debatte.

Liebe Rebell*innen,

beeindruckende Massenblockaden in vielen Metropolen der Welt liegen hinter uns. Nachdem am 20. September 1,4 Mio. Klimastreikende allein in Deutschland Geschichte schrieben, beteiligten sich vom 7.-13. Oktober Tausende an euren Aktionen in Berlin. Viele wagten zum ersten Mal den Schritt in den zivilen Ungehorsam. Selbst bei Regen und Kälte habt ihr euch an Brücken gekettet und zentrale Plätze der Stadt über Tage hinweg besetzt gehalten. Eure markante Symbolik und eure oft sehr persönliche Sprache waren medial überaus sichtbar. Sie drückten ein Verlangen nach Wahrhaftigkeit und radikalem Wandel aus. In euren und vielen weiteren Aktionen verdichtet sich, was Greta Thunberg beim UN-Gipfel in New York am 23. September den Regierungen der Welt entgegenschleuderte: »Right here, right now, is where we draw the line!«.
Dieses Momentum eines sich ausbreitenden Willens zum Aufstand für das Leben müssen wir nutzen und weitertreiben. Die Verantwortung ist groß, denn die Zeit läuft uns davon. Nur gemeinsam können wir eine machtvolle, weil plurale, miteinander streitende und doch solidarisch zusammenstehende Klimagerechtigkeitsbewegung aufbauen. Aus dieser Überzeugung heraus stellen wir uns entschieden gegen die Spaltungsdynamik, die in den letzten Wochen auch von Teilen der (radikalen) Linken angeheizt wurde. Dem vielfach überzogenen und selbstgerechten Shitstorm gegen Extinction Rebellion (XR) wollen wir eine hoffentlich konstruktive Rückmeldung unserer Wahrnehmungen entgegensetzen. Ihr habt uns und andere Gruppen wiederholt um Kritik gebeten und erkennbar versucht, aus Fehlern, wie sie gerade für eine junge Bewegung nicht überraschend sind, zu lernen. Wir sind insofern zuversichtlich, dass ihr unsere Anregungen ernst nehmt und wir die Diskussion und Zusammenarbeit fortsetzen und intensivieren können.
Ermutigend ist aus unserer Sicht, dass ein solcher Verständigungs- und Kooperationsprozess in Großbritannien, dem Mutterland von XR, bereits weiter vorangeschritten ist. Wir haben den Eindruck, dass dies in Deutschland bisher noch zu wenig wahrgenommen wird. Daher wollen wir auch einige Schlaglichter auf die dortige Debatte werfen und hoffen, eine ähnliche Entwicklung in Deutschland anzustoßen. Dazu gehört natürlich auch, der Frage nachzugehen, was die Klimagerechtigkeitsbewegung und die radikale Linke von XR lernen können. Dem können wir an dieser Stelle bestenfalls in Ansätzen gerecht werden. Wir wollen die selbstkritische Reflexion aber an anderer Stelle weiter vertiefen.
Unsere Kritik an XR betrifft unterschiedliche Aspekte der Strategie und ihrer praktischen Umsetzung – und wir sind uns, jenseits des hier festgehaltenen, keineswegs in allem einig. Wir sind uns bewusst, dass XR derzeit ein sehr heterogenes, schnell wachsendes und unübersichtliches Spektrum lokaler Gruppen umfasst. Vieles sortiert und entwickelt sich noch und vieles, was wir im Folgenden ansprechen, wird sicherlich auch innerhalb von XR längst diskutiert. Wir greifen lediglich bestimmte Tendenzen heraus, die uns problematisch erscheinen – oder die uns umgekehrt inspirieren und in denen wir euch bestärken möchten....

Info- und Mobilisierungsveranstaltung gegen den AfD Parteitag in Braunschweig

[iL*] - 31. Oktober 2019 - 13:22

Ende November lädt die AfD zu ihrem Bundesparteitag nach Braunschweig ein. Die rassistische, sexistische und sozialchauvinistische Partei hat zuletzt auch noch Klima zu einem ihrer Schwerpunkte erklärt.

Wir wollen in Braunschweig an diesem Tag für ein antifaschistisches Klima auf die Straße gehen und den Ablauf der Veranstaltung stören, um so ein Signal gegen die Politik der AfD zu setzen.
Bei der Veranstaltung wollen wir die geplanten Gegenproteste vorstellen und die gemeinsame Anreise koordinieren.

Eine Veranstaltung der Interventionistischen Linken Hannover.

Barabend: Stürmische Zeiten? Wir sind hier genau richtig!

[iL*] - 31. Oktober 2019 - 11:28

Der Winter naht und mit ihm nimmt ein globaler Proteststurm neue Fahrt auf. Ob die Klimabewegungen, die Revolten in Chile, Libanon und Hongkong oder der Kampf um Rojava: Weltweit begehren Menschen gegen Kapitalismus und Autoritarismus auf.
Fragt Ihr Euch, wo ihr Euch mit diesen Kämpfen solidarisieren könnt? Findet Ihr Kaltgetränke gut, Faschismus aber zum Kotzen?
Dann kommt zu unserem Barabend ins Klapperfeld, trinkt und diskutiert mit uns, denn eins steht fest: Wir sind hier genau richtig!

Eure Interventionistische Linke Frankfurt

Stoppt den Krieg – Solidarität mit Rojava

[iL*] - 29. Oktober 2019 - 18:42

Die Demokratische Föderation Nordostsyriens (Rojava) steht beispielhaft für die Vision eines friedlichen und demokratischen Mittleren Ostens, dessen Basis die Befreiung der Frau ist. Das soll jetzt zerstört werden. Die türkische Armee begeht mit ihrem Angriffskrieg Kriegsverbrechen, indem sie zivile Infrastruktur wie Krankenhäuser, die Wasserversorgung oder die Stromzufuhr bombardiert sowie gezielt Zivilist*innen angreift, vor allem betroffen sind Frauen und Kinder. Mit diesem Krieg droht der IS erneut zu einer Gefahr zu werden – nicht nur für Rojava, auch für Europa. Es waren die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) und die lokalen Selbstverteidigungskräfte (YPG und YPJ) aus Rojava, die den IS und seinen Kalifatsstaat besiegten.

Der türkischen Regierung geht es nicht um die Sicherung der Grenzen, sondern um die Vertreibung der Kurd*innen und der anderen Völker aus der Grenzregion und die Zerstörung der selbstverwalteten Region Rojava. Es ist außerdem ein direkter Angriff auf die Errungenschaften der Frauenrevolution, sowie die Frauenbefreiung. Die geplante Einrichtung einer sogenannten „Schutzzone“ bedeutet eine ethnische Säuberung und Umsiedlungspolitik des Gebietes. Was das bedeutet sieht man im nordsyrischen Efrîn, dass von der türkischen Armee letztes Jahr erobert wurde und in dem nun Willkür und Terror herrscht.

Das weitgehende Stillschweigen der Regierungen der EU bedeutet Zustimmung zu diesem Krieg der Türkei. Wirtschaftliche Interessen und die mit dem Flüchtlingsabkommen geschaffene Abschottung gegen Geflüchtete sind ihnen wichtiger als Menschenrechte, Frauenbefreiung, Demokratie und Frieden. Wir bekunden unsere Solidarität mit Rojava und fordern das sofortige Ende des Krieges durch die Türkei sowie den Rückzug der türkischen Armee.

Es geht um die Erhaltung der Frauenbefreiung, friedlichem Zusammenleben und Weiterentwicklung von Ökologie und Demokratie in der Region. Das geht uns alle an. Verteidigen wir die Werte Rojavas, lassen wir die dortigen Menschen nicht allein, es geht auch um unsere Zukunft.

Wir fordern:

  • Den sofortigen Rückzug der türkischen Armee und ihrer Verbündeten aus Nordsyrien.
  • Den Stopp der wirtschaftlichen und militärischen Zusammenarbeit mit der Türkei.
  • Sofortige Schritte für eine politische Lösung der Krise in Syrien unter Beteiligung von Frauen, Frauen- und Volksvertretern aus allen verschiedenen nationalen, kulturellen und religiösen Gemeinschaften in Syrien zu unternehmen, sowie die Anerkennung der Demokratischen Föderation Nord- und Ostsyrien.
  • Den Stopp der Kriminalisierung des politischen Engagements von kurdischen Aktivist*innen in Deutschland.

Bundesweite Demonstration am 2. November 2019 in Berlin:
Auftaktkundgebung: 12 bis 13 Uhr, Alexanderplatz, Neptunbrunnen, Berlin
Beginn der Demonstration: 13 Uhr

stoppt-den-krieg.jetzt

„Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker" - Solidarität mit Kurdistan

[iL*] - 29. Oktober 2019 - 7:52
Einladung zum Block einer neuen Friedensbewegung am 1. und 2. November „Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker"
(Gioconda Belli, feministische Schrifstellerin aus Nicaragua)
Einladung zum Block einer neuen Friedensbewegung

1.11.2019 um 17:30 Uhr zum Luisenplatz.

In Nordsyrien, besser bekannt als Rojava, ist in den letzten Jahren ein einzigartiges multiethnisches
und multireligiöses, demokratisches Projekt herangewachsen. In Mitten einer durch Krisen und
Kriege zerrütteten Region und unter dem Druck erheblicher Wirtschaftsembargos wurde in Rojava
eine Gesellschaft auf den drei Säulen Basisdemokratie, Ökologie und Feminismus entwickelt.

Die Demokratische Föderation Nordostsyrien (Rojava) steht beispielhaft für die Vision eines
friedlichen und demokratischen Mittleren Ostens. Dieses Projekt war Erdogan von Anfang an
ein Dorn im Auge und seine Zerstörung das eigentliche Ziel des Krieges. Nach dem Rückzug der
US Truppen nutzen Putin und Erdogan das so entstandene Machtvakuum, sie wollen die Region
nach ihren Vorstellungen neu ordnen. Dabei werden systematisch Kriegsverbrechen begangen,
zivile Infrastruktur wie Krankenhäuser, die Wasserversorgung und die Stromzufuhr werden
bombardiert, Zivilist*innen werden gezielt angegriffen. Erinnern wir uns: Es waren die
Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) und die lokalen Selbstverteidigungskräfte (YPG und YPJ),
die den IS besiegten. Mit dem Krieg droht der IS erneut zu einer Gefahr zu werden – nicht nur
für die Region, sondern auch für Europa. Das nimmt Erdogan billigend in Kauf, denn ihm geht es
nicht um die Sicherung der Grenzen, sondern um die Vertreibung der Kurd*innen aus der
Grenzregion und die Zerstörung Rojavas. Die sogenannte „Schutzzone“ bedeutet in Wahrheit
eine ethnische Säuberung.

Ohne das Einverständnis seiner Nato-Partner hätte Erdogan nicht in Nordsyrien
einmarschieren können. Die Türkei ist der größte Abnehmer deutscher Rüstungsgüter. Ohne
Waffen aus Deutscher Produktion wäre ein solcher Krieg nicht möglich. Mit der Drohung, die
Grenzen nach Europa für Geflüchtete zu öffnen, hat Erdogan die Zustimmung der EU-Staaten zu
seinem Krieg bekommen. Eigentlich wäre es Aufgabe der EU und insbesondere Deutschlands, sich
klar gegen den Krieg und jede weitere Eskalation zu stellen und alle Sanktionsmöglichkeiten
auszuschöpfen, um Erdogan unter Druck zu setzen. Wirtschaftliche Interessen und Abschottung der
Grenzen sind ihnen aber offensichtlich wichtiger als Menschenrechte, Demokratie und Frieden.

Das zeigt, dass wir uns nicht auf Großmächte wie Russland, die USA oder die EU verlassen
können, wenn es darum geht faschistische Diktatoren wie Erdogan aufzuhalten. Stattdessen
brauchen wir eine couragierte Zivilbevölkerung, eine globale Bewegung gegen den Krieg, die die
Solidarität mit Rojava auf die Straßen trägt. Der Krieg in Nordsyrien ist kein Konflikt zwischen
Kurd*innen und Türk*innen und es geht erst recht nicht um ein legitimes türkisches
Sicherheitsinteresse. Es ist ein faschistisch motivierter Angriffskrieg auf ein feministisches,
ökologisches und demokratisches Gesellschaftsmodell.

Deshalb rufen wir alle Kriegsgegner*innen, alle Antifaschist*innen, Feminist*innen,
Antirassist*innen und Klimabewegten dazu auf, sich an den Demonstrationen gegen Erdogans
Krieg zu beteiligen! Lasst uns als neue Antikriegsbewegung zusammenkommen!

Kommt am 1.11.2019 um 17:30 Uhr zum Luisenplatz.
Bildet gemeinsam mit uns den Antikriegsblock. Setzen wir ein starkes
Zeichen für Frieden und für Solidarität mit Rojava!

------------------------------------------------------

Stoppt den Krieg – Solidarität mit Rojava

Bundesweite Demonstration am 2. November 2019 in Berlin:
Auftaktkundgebung: 12 bis 13 Uhr, Alexanderplatz, Neptunbrunnen, Berlin
Beginn der Demonstration: 13 Uhr
https://stopptdenkrieg.noblogs.org/

 

Wir fordern:

    Den sofortigen Rückzug der türkischen Armee und ihrer Verbündeten aus Nordsyrien.
    Den Stopp der wirtschaftlichen und militärischen Zusammenarbeit mit der Türkei.
    Sofortige Schritte für eine politische Lösung der Krise in Syrien unter Beteiligung von Frauen, Frauen- und Volksvertretern aus allen verschiedenen nationalen, kulturellen und religiösen Gemeinschaften in Syrien zu unternehmen, sowie die Anerkennung der Demokratischen Föderation Nord- und Ostsyrien.
    Den Stopp der Kriminalisierung des politischen Engagements von kurdischen Aktivist*innen in Deutschland.

Die Demokratische Föderation Nordostsyriens (Rojava) steht beispielhaft für die Vision eines friedlichen und demokratischen Mittleren Ostens, dessen Basis die Befreiung der Frau ist. Das soll jetzt zerstört werden. Die türkische Armee begeht mit ihrem Angriffskrieg Kriegsverbrechen, indem sie zivile Infrastruktur wie Krankenhäuser, die Wasserversorgung oder die Stromzufuhr bombardiert sowie gezielt Zivilist*innen angreift, vor allem betroffen sind Frauen und Kinder. Mit diesem Krieg droht der IS erneut zu einer Gefahr zu werden – nicht nur für Rojava, auch für Europa. Es waren die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) und die lokalen Selbstverteidigungskräfte (YPG und YPJ) aus Rojava, die den IS und seinen Kalifatsstaat besiegten.

Der türkischen Regierung geht es nicht um die Sicherung der Grenzen, sondern um die Vertreibung der Kurd*innen und der anderen Völker aus der Grenzregion und die Zerstörung der selbstverwalteten Region Rojava. Es ist außerdem ein direkter Angriff auf die Errungenschaften der Frauenrevolution, sowie die Frauenbefreiung. Die geplante Einrichtung einer sogenannten „Schutzzone“ bedeutet eine ethnische Säuberung und Umsiedlungspolitik des Gebietes. Was das bedeutet sieht man im nordsyrischen Efrîn, dass von der türkischen Armee letztes Jahr erobert wurde und in dem nun Willkür und Terror herrscht.

Das weitgehende Stillschweigen der Regierungen der EU bedeutet Zustimmung zu diesem Krieg der Türkei. Wirtschaftliche Interessen und die mit dem Flüchtlingsabkommen geschaffene Abschottung gegen Geflüchtete sind ihnen wichtiger als Menschenrechte, Frauenbefreiung, Demokratie und Frieden. Wir bekunden unsere Solidarität mit Rojava und fordern das sofortige Ende des Krieges durch die Türkei sowie den Rückzug der türkischen Armee.

Es geht um die Erhaltung der Frauenbefreiung, friedlichem Zusammenleben und Weiterentwicklung von Ökologie und Demokratie in der Region. Das geht uns alle an. Verteidigen wir die Werte Rojavas, lassen wir die dortigen Menschen nicht allein, es geht auch um unsere Zukunft.

 

Die IL vor einem Scheideweg: 9 Thesen über Organisierung, Macht und Strategie (Teil 1)

[iL*]-Debattenblog - 28. Oktober 2019 - 11:30

Welchen weiteren Weg der Organisierung muss die IL unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen langfristig gehen? Der Genosse Daniel aus Berlin stellt hierzu ausführliche Thesen zur Diskussion.

1. Die IL steht an einem Scheideweg. Auf der einen Seite steht ein Weg, der die Mobilisierung feiert und die Spontaneität an und für sich überbewertet. Diese Argumentation lässt sich am besten an den Hiltrop-Genossen ablesen, die die G20-Ereignisse für die von ihnen bejubelten »Unruhen« gefeiert hatten. Ein Hoch auf die Unruhen, aber wo sind diese Unruhestifter*innen hin? Wahrscheinlich wieder an die Arbeit, auf jeden Fall nicht bei unseren Treffen.

Auf der anderen Seite liegt ein Weg, der die Notwendigkeit und den Wert von Mobilisierung und Spontaneität versteht, aber als Momente von Organisierung, die wenig bedeuten, wenn sie nicht in eine Strategie integriert sind, die auf der Organisierung einer popularen Basis fußt. Dieser Weg versteht die Rolle der Militanten nicht als eine, die Tränengas feiert, sondern als eine, die neben der gesellschaftlichen Basis eine neue Welt baut. Dies ist der Weg der Kampagne »Deutschen Wohnen Enteignen«.

Um langfristig zu bestehen – oder zumindest als Katalysator in der breiteren Bewegungs-Ökologie zu fungieren – muss die IL ihre organische Funktion verstehen und jene Kapazitäten und Ressourcen entwickeln, die in der Lage sind, den zweiten Weg sinnvoll zu navigieren, ohne immer wieder auf den ersten zurück zu fallen.

2. Es gibt derzeit eine Reihe von autonomen sozialen Kämpfen, in denen die IL aktiv involviert ist. In Berlin sind Kämpfe rund um Migration und Geflüchtete, Mieter*innen und Pflegekräfte Beispiele für populare Basen, die (aufgrund ihrer organischen Beziehung zu Kapital und Staat) mitten in erbitterten Kämpfen stehen.

Was die IL ernsthaft in Betracht ziehen muss, wenn sie eine relevante politische Akteurin sein will, ist die Entwicklung einer Strategie, die die autonome Macht dieser und anderer popularer Basen so aufbaut, dass sie tatsächlich beginnen können, eine Alternative sowohl zum Neoliberalismus als auch zum Faschismus darzustellen.

Die Grundlage dieser Strategie muss Folgendes verstehen: Revolution ist ein Prozess, kein einzelnes Ereignis. Was ich damit sagen will: Revolutionen passieren nicht einfach so. Der Kapitalismus ist ein ausgeklügeltes System der Einnahme, Ausbeutung und Herrschaft. Er besteht aus einem sich ständig erweiternden und verändernden Arrangement von Prozessen, darauf ausgerichtet uns seiner Verwertungslogik zu unterwerfen. Die Subjektivierungsprozesse innerhalb dieses Systems stehen jeglichem Streben nach Solidarität und Kollektivität entgegen.

3. Brüche treten auf, ja, aber sie sind nicht automatisch revolutionär. Jeder Bruch ist potentiell revolutionär, aber nur revolutionäre Kräfte können dieses Potential verwirklichen.

Seht euch den Riss an, der im Gange ist. Wir leben im gramscianischen Interregnum – »das Alte stirbt und das Neue (ist) noch nicht zur Welt« gekommen –, in dem zwei Machtkreise (Neoliberalismus und Neofaschismus) um die Hegemonie kämpfen. Bisher kann keine linke Kraft momentan eine Alternative darstellen. Keine revolutionäre Kraft wurde vom Geist der Geschichte herbeigerufen, um die Gelegenheit zu nutzen.

Ich kann auf kein besseres Beispiel verweisen, als auf die Folgezeit des arabischen Frühlings. Was zunächst so viel Potential für die Region – wenn nicht gar für die Welt – bereithielt, hat...

Hannover . Die Stadt gehört uns allen!

[iL*] - 26. Oktober 2019 - 22:59

Rasant steigende Mieten, Mangel an Wohnraum und Verdrängung sind ein stetig wachsendes Problem. In Hannover sind die Durchschnittsmieten von 5 bis 6 Euro auf 10 Euro und mehr geklettert. Ein Ende der Steigerungen ist nicht in Sicht, so sind bereits jetzt Angebote um die 20 Euro pro Quadratmeter bittere Realität. Hannover – bald nur noch eine Stadt für Reiche? Immer mehr Wohnungen in den Händen von Aktienkonzernen wie Vonovia? Auf der Strecke bleiben Menschen mit niedrigen Einkommen. Die Chancen auf eine Wohnung liegen für Wohnungs- und Obdachlose inzwischen nahe Null. Menschen leben auf der Straße, unter Brücken, in der Eilenriede und das Leben einiger von ihnen endet im Winter in der Statistik der „Kältetoten“ dieser Stadt. Während der Immobilienmarkt die einen immer reicher macht, leiden andere unter Verdrängung und Existenzängsten. Und die Stadtpolitik reagiert träge bis gar nicht.

Die Dinge in Bewegung bringen!
Durch die Protestaktionen verschiedener Initiativen ist Bewegung in die Diskussion gekommen. Ein wichtiger Impuls war die „Unsere Wohnungen sind nicht verhandelbar“-Demo (11.2018). Anlass war, dass sich einige Mieter*innen nicht einfach wegsanieren lassen wollten, sondern sich organisierten und gemeinsam wehrten. Somit wird mittlerweile auch in Hannover über Instrumente wie Milieuschutz, Vorkaufsrechte oder ein stärkere Rolle der Stadt beim Wohnungsbau nachgedacht. Wir fordern ernsthafte Mitbestimmung statt Alibi-Veranstaltungen, wie z.B. aktuell beim Bumke-Gelände in der Nordstadt.

Stadtentwicklung ist mehr als Wohnen: Zugang für alle zu kulturellen Angeboten und sozialen Einrichtungen, Parks und Gärten, Verkehr, Klimaschutz oder unkommerzielle Freiräume sind zentrale Aspekte der Lebensqualität in unserer Stadt. In vielen Städten entstanden Netzwerke unter dem Begriff „Recht auf Stadt“. Die Erfahrungen zeigen, dass sich gemeinsam mehr erreichen lässt.

Lasst uns zusammen tun!
Die herrschenden Zustände sind durch Konkurrenz und ein gegeneinander Ausspielen verschiedener Gruppen geprägt: Zugezogene gegen Alteingesessene, Kleingärten gegen neue Wohnungen, Obdachlose gegen Geflüchtete. Und auf perfide Weise werden Klimaschutzanforderungen genutzt, um Mieter*innen heraus zu modernisieren, um die Wohnungen dann als Eigentumswohnungen teuer zu vermarkten. Dabei haben Klimaschutz und Wohnungsnot ein gemeinsames Problem: Profitinteressen wiegen schwerer als Mensch und Umwelt.

Das wirft Fragen auf: Warum sollen Kleingärten mit ihren wichtigen sozialen und ökologischen Funktionen weichen, während Investor*innen ihre Flächen brach liegen lassen und auf steigende Preise warten? Warum sollen Flächen für Wohnungsbau profitmaximierenden Unternehmen überlassen werden? Warum werden Sozialwohnungen oft mit nach 15 Jahren auslaufenden Bindungen geplant und nicht dauerhaft in gemeinwohlorientierter Trägerschaft organisiert? Die Beantwortung solcher Fragen wollen wir nicht der Politik überlassen.

Wir wollen Stadtentwicklung selbst bestimmen. Dazu muss das Zusammenleben in der Stadt nicht durch den Immobilienmarkt, sondern durch das Engagement und die Bedürfnisse der Menschen bestimmt werden. Überlassen wir nicht der Politik die Entscheidung darüber, wie und wo wir leben.

Keine Profite mit unserer Miete!
Unsere Wohnungen, Kleingärten und Stadtteile sind nicht verhandelbar!
Für ein Recht auf Stadt für alle!

Startpunkt: Christuskirche (Haltestelle: Christuskirche)

Zur Demo rufen auf:
Bumke selber machen - Netzwerk Wohnraum für Alle, Interventionistische Linke Hannover, Nordstadt Solidarisch
Kiezkollektiv, Aktionsbündnis gegen Kleingartenzerstörung Hannover, Solidarischer Horst Badenstedt, Gruppe Gnadenlos Gerecht, AStA Uni Hannover, Solinet Hannover

Tablequiz für alteingesessene und neue Hannoveraner*innen

[iL*] - 26. Oktober 2019 - 22:58


Wer Lust hat, sich bei dem einen oder anderen Getränk gemeinschaftlich den Kopf über unterhaltsame Fragen zu zerbrechen, sollte beim Table Quiz der IL Hannover vorbeischauen. Es wird gemeinsamen gerätselt über linke Bewegungen und ihre Geschichte, die Stadt Hannover, und Schmankerl aus der Popkultur. Neben der Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen in gemütlicher Atmosphäre und guter Unterhaltung winken für die Gewinner*innen illustre Preise – also kommt zahlreich!

Eine Veranstaltung der Interventionistischen Linken Hannover im Rahmen der "Welcome to the jungle" Veranstaltungsreihe.

Aktionstraining gegen alles Böse

[iL*] - 26. Oktober 2019 - 22:58

Ob Nazis, Kohle, AfD – dieser November bietet gleich drei Möglichkeiten, für ein gutes Klima gegen Rassismus und Umweltzerstörung einzusetzen. Zum Protest für eine bessere Welt gehört auch der kollektive Regelübertritt durch Zivilen Ungehorsam. Für Viele ist aber die Teilnahme an einer Blockade noch mit Unsicherheiten verbunden.

Damit alle Interessierten sicherer, entschlossener und erfolgreicher in Aktion treten können, bieten wir ein Aktionstraining an. Hier habt ihr die Möglichkeit Situationen durchzuspielen und so erste Erfahrungen zu machen, um so gemeinsam unsere kollektive Handlungsfähigkeit auszubauen. Außerdem wird es Raum zum Kennenlernen und zum Austausch über Ängste und Bedenken geben.

Zeigen wir beim NPD-Ausmarsch in Hannover (23.11.), beim AfD-Bundesparteitag in Braunschweig (30.11.) oder in den Kohlegruben der Lausitz (29.11.-1.12.): Wir meinen es ernst - bis hierhin und nicht weiter!

P.S.: Wir wissen, dass Gut und Böse manichäische Verkürzungen sind, aber dies ist eine Einladung und kein Uni-Text!

Eine Veranstaltung der Interventionistischen Linken Hannover.

Hurra diese Welt geht unter!

[iL*] - 26. Oktober 2019 - 22:57

Der Blick in die Nachrichten liefert uns jeden Tag eine neue Krise oder Katastrophe. Eine lebenswerte Zukunft scheint für unsere junge Generation immer undenkbarer.

Aber gleichzeitig werden immer mehr Menschen gegen die Zustände aktiv. Immer mehr leisten Widerstand gegen Nazis, Klimawandel und Kapitalismus. Immer mehr wollen den eigenen Untergang nicht akzeptieren und für eine ganz andere Welt kämpfen, in der Solidarität statt Ausgrenzung herrscht. Was bleibt uns anderes als unsere Hoffung auf eine bessere Zukunft und der Wille dafür zu kämpfen?

Wir wollen bei dieser eintägigen Jugendkonferenz zusammenkommen, uns bilden und austauschen, uns kennenlernen und vernetzen und gemeinsam Pläne für die nächsten Kämpfe schmieden. Bei Vorträgen, Workshops, Infoständen, leckerem Essen und einem Konzert am Abend wollen wir uns unserer eigenen Stärke bewusst werden und viel Spaß zusammen haben. Sei dabei und bring deine Freund*innen mit!

Wir wollen Jugendlichen Raum geben, sich auf Augenhöhe auszutauschen, zu diskutieren und kennen zu lernen. Unsere Hauptzielgruppe sind deshalb Menschen, die ungefähr 14-22 Jahre alt sind.

Das Prorgramm und generell mehr Infos werden hier in den nächsten Wochen folgen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig und die Teilnahme kostenlos. Wenn ihr schon wisst, dass ihr dabei seid, helft ihr uns aber sehr wenn ihr uns das kurz rückmeldet auf facebook, instagram oder per mail!

Organisiert wird die Konferenz von Teilen des Bündnisses, dass auch die diesjährige kämpferische 1. Mai Demonstration organisiert hat in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen.

Programm:

10:00 Uhr: Einlass

10:30 – 11:45 Uhr: Phase 1 – Vorträge

  • Klima, Klasse, Kapitalismus. / Jan und Anna (Orgateam)
  • Revolution im mexikanischen Urwald – Wie die Zapatistas eine alternative Gesellschaft aufbauen / Luz Kerkeling, ya-basta-Netzwerk
  • Vom NSU zum NSU 2.0 – Nazi-Terror in Deutschland / Tribunal „NSU-Komplex auflösen“

11:45 – 12:00 Uhr: Pause

12:00 – 14:30 Uhr: Phase 2 – Workshops
  • Euer grau machen wir zu bunt – Graffiti-Workshop / „Molly und Momo“
  • Wie gelingt eine Menschenblockade? – Aktionstraining / Skills for action
  • Öffentlichkeitsarbeit: Wie mache ich Layouts und Design? / Maik Brückner, Design von Links

14:30 – 15:30 Uhr: Mittagspause: Vokü (Günstiges, veganes Essen für alle)

15:30 – 17:00 Uhr: Phase 3 – Verschiedenes

  • Vortrag: Seenotrettung im Mittelmeer / Jugend Rettet
  • Politischer Reisebericht: Mit marxistisch-feministischer Perspektive per Anhalter durch Südasien / Tekle Setargew und Franka Frei
  • Film: Hamburger Gitter / Orga-Team

17:00 – 17:30 Uhr: Pause

17:30 – 19:00 Uhr: Phase 4 – Abschluss

  • Raum zum Austauschen, Informieren und Feedback geben / Orga-Team und befreundete Gruppen

19:00 – 20:00 Uhr: Pause mit Pizza

20:00 Uhr: Hip-Hop-Konzert

  • Finna (Hamburg)
  • STL Crew (Bremen)
22:00 Uhr: Ende

Rote Zone: Alles, was uns fehlt, ist die Solidarität!?

[iL*] - 26. Oktober 2019 - 22:56


Man könnte meinen die Rote Hilfe feiert ihr zehntausendstes Mitglied mit einer politischen Kampagne. „Solidarität verbindet“ macht deutliche, wie Solidarität praktisch wird.
Wir haben die Rote Hilfe eingeladen und wollen uns gemeinsam über Repressionerlebnisse austauschen. Wie hat uns in diesen Situationen das Prinzip der Rote Hilfe weitergeholfen und was hätten wir, rückblickend besser machen können. Wir laden aber auch die ein, die noch keine Erfahrungen mit Repression machen mussten, was sind Ängste und Befürchtungen, die Menschen davon abhalten auf die Straße zu gehen? Wie verlieren wir unsere Angst zu kämpfen und erreichen, dass die Angst die Seiten wechselt?
Information zur Kampagne findet ihr auf www.solidaritaet-verbindet.de Außerdem gibt es an dem Abend eine Verlosung für alle, die Mitglied in der Roten Hilfe werden.

Eine Veranstaltung der Interventionistischen Linken Hannover.

Short URL

Subscribe to [iL*] Frankfurt Aggregator

[iL*F] aktiv bei:

Newsfeeds

Subscribe to Newsfeeds