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Aktualisiert: vor 31 Minuten 13 Sekunden

Kampagnenstart in Freiburg: Vergesellschaften – Eine Stadt für alle, nicht für Profite!

20. März 2019 - 17:57
Zurückholen, was allen gehört! Eine Stadt für alle, nicht für Profite +++ Diskussionsabend zu Vergesellschaftung und Kneipe // Linkes Zentrum adelante! // 29.3., 18:30 Uhr +++

+++ Aktionstag Recht auf Stadt: Gegen Mietenwahnsinn & Verdrängung // Stühlinger Kirchplatz // 6.4., ab 11 Uhr +++

+++ Bündnisdemonstration gegen steigende Mieten & Verdrängung // 18.5., 15.30 Uhr +++

Vergesellschaften – Eine Stadt für alle, nicht für Profite!

Freiburg gilt als eine der lebenswertesten und nachhaltigsten Städte Deutschlands. Doch ein genauerer Blick macht deutlich, dass am “ach so lebenswerten” Freiburg nur bestimmte Menschen der Gesellschaft teilhaben. Teure Läden und Restaurants, schicke Nachbarschaften und Luxusstadtviertel mit Eigentumswohnungen – was für die einen paradiesisch klingt, bedeutet für die meisten anderen durch untragbare Mieten vertrieben zu werden, selbstgestaltete Freiräume zu verlieren oder zum Sicherheitsproblem erklärt zu werden.

Freiburg gilt als eine der lebenswertesten und nachhaltigsten Städte Deutschlands. Doch ein genauerer Blick macht deutlich, dass am “ach so lebenswerten” Freiburg nur bestimmte Menschen der Gesellschaft teilhaben. Teure Läden und Restaurants, schicke Nachbarschaften und Luxusstadtviertel mit Eigentumswohnungen – was für die einen paradiesisch klingt, bedeutet für die meisten anderen durch untragbare Mieten vertrieben zu werden, selbstgestaltete Freiräume zu verlieren oder zum Sicherheitsproblem erklärt zu werden.

Kritik der Eigentumslogik oder: Warum der Markt versagt

Wohnungsnot, Mietenwahnsinn, soziale Spaltung und Verdrängung sind auch in Freiburg die besorgniserregende Realität. Es zeigt sich, dass der kapitalistisch organisierte Wohnungsmarkt nicht in der Lage ist, die Menschen mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen. Investor_innen der Immobilienbranche sind nicht an einer sozialen Stadt und den Bedürfnissen der Menschen, sondern nur an ihren eigenen Gewinnen interessiert. Anstatt den marktwirtschaftlichen Interessen entgegenzuwirken, beteiligt sich die kommunale Politik an den “Aufwertungsprozessen”. Freiburg hat die vierthöchsten Mietpreise Deutschlands, die Mieter_innen zahlen im Durchschnitt über 40 Prozent ihres Einkommens für die Miete und trotzdem entstehen in neuen Baugebieten Büroflächen und Eigentumswohnungen. Eigentumswohnungen sind jedoch nur für die obere Mittelschicht realisierbar, sodass durch ihre Entstehung andere Menschen verdrängt werden. Diese Form der Stadtpolitik der letzten Jahrzehnte hat die Privatisierung des Wohnraums aktiv gefördert, sodass sich Menschen mit niedrigen oder mittleren Einkommen die Miete in den meisten Stadtvierteln nicht mehr leisten können. Diese Entwicklung zeigt deutlich: Die Wohnungsfrage läuft grundlegend falsch und ist zu wichtig für die Menschen, als dass man sie dem freien Markt überlassen könnte.

Verdrängung des kapitalistischen Wohnungsmarkts statt Verdrängung der Menschen

Es ist höchste Zeit, dem kapitalistischen Wohnungsmarkt etwas entgegenzusetzen. Am privaten Wohnungsmarkt profitieren zum einen die Immobilienunternehmen und zum anderen die Akteur_innen des Finanzmarktes, also Banken und Fonds auf dem Rücken der Mieter_innen. Auch in Freiburg treiben große börsennotierte Immobilienunternehmen die Mieten in die Höhe. Allein das Unternehmen Vonovia SE, welches letztes Jahr über eine Milliarde Euro Gewinne erzielte, hat circa 3.000 Wohnungen in Freiburg. Doch auch regionale, private Unternehmen, wie Sauer, Unmüssig und Co., sind nicht an bezahlbaren Mieten interessiert und viele Baugenossenschaften ähneln mittlerweile eher einem betriebswirtschaftlichen Unternehmen als einer Kooperative mit sozialer Verantwortung. Davon können nicht nur die Bewohner_innen der Quäkerstraße ein Lied singen.
Wir müssen uns vor Verdrängung schützen, was nur möglich ist, wenn wir uns dem privaten Immobilienmarkt widersetzen. Das passiert bereits auf vielfältige Art und Weise. Mieter_innen-Initiativen setzen sich in ihren Stadtvierteln für günstigere Mieten ein, Häuser werden besetzt und der Ruf nach einer sozialen Umstrukturierung der Freiburger Stadtbau GmbH wird immer lauter. Nur wenn wir unsere Kämpfe gemeinsam denken, lautstark protestieren und fordern, Flächen und Wohnraum in die öffentliche Hand zurückzuführen, können wir dem kapitalistischen Wohnungsmarkt etwas entgegensetzen.

Gesellschaftlicher Wohnraum, vergesellschaftete Stadt!

Unter Vergesellschaftung verstehen wir die kollektive (Wieder-)Aneignung von Wohnraum, Infrastrukturen und Orten, die im Kapitalismus in privaten Händen liegen und unter dem Zwang der Verwertung stehen. Dabei geht es nicht (nur) darum, sie in städtisches Eigentum und städtische Verwaltung zu überführen, sondern sie für die gesamte Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Das gelingt nur durch eine Ausweitung von Ansätzen kollektiver und demokratischer Selbstverwaltung und durch ein radikales Umdenken in den bestehenden Institutionen. Es liegt an uns, dieses Umdenken herbeizuführen! Keine Profite mit der Miete!
Die Vergesellschaftung der Stadt bezieht sich nicht ausschließlich auf den Wohnraum. Auch der öffentliche Raum wurde in den letzten Jahren zunehmend exklusiv, kontrolliert und privatisiert. Rassistische Polizeikontrollen sind zum Alltag geworden und wohnungslose Menschen werden unter dem offensichtlich erlogenen Vorwand der Sicherheit konsequent aus der Innenstadt vertrieben. Eine vergesellschaftete Stadt ermöglicht allen Menschen die gesellschaftliche Mitbestimmung und Teilhabe und verhindert zudem, dass die Interessen von privaten Unternehmen über den Bedürfnissen der Einwohner_innen stehen. Stadt für Alle!
Der Markt erzeugt Unsicherheit und Privilegien – Weswegen eine echte demokratische Planung von unten und selbstverwaltete Gemeingüter mehr als notwendig sind. Dafür ist der Bruch mit dem Kapitalismus notwendig. Bis dahin gilt es aber, Teilerfolge zu erzielen und Gegenmacht von unten aufzubauen.
Lasst uns gemeinsam Druck aufbauen, um der Verwertungslogik etwas entgegenzusetzen und unsere Lebens- und Arbeitsbedingungen zu vergesellschaften. Lasst uns zusammenstehen und in Solidarität für eine andere Stadt kämpfen.

Für eine Stadt, die ein gutes Leben für alle ermöglicht!

Beteiligt euch an der Demonstration und kommt in den Vergesellschaften!-Block.
18.5. // 15.30 Uhr // Bündnisdemonstration gegen steigende Mieten & Verdrängung

weitere Aktivitäten:

    Veranstaltung mit Andrej Holm: Mietstopp: Schluss mit Boden- und Wohnraumspekulation // 13.3. 19 Uhr KG 1 Hörsaal 1098
    Alles Anders!: Wir stellen Eigenbedarf! Enteignen, Besetzen, Vergesellschaften – Ein offener Gesprächsabend über stadtpolitische Praxis // 29.3. 18.30 Uhr Linkes Zentrum Freiburg adelante!
    danach IL-Kneipe “grau zu rot”. Es wird Klasse!
    Bundesweiter Aktionstag Recht auf Stadt: Gegen Mietenwahnsinn & Verdrängung // 6.4., ab 11 Uhr Stühlinger Kirchplatz

»Alles anders!«: Wir stellen Eigenbedarf!

20. März 2019 - 17:49
Enteignen, Besetzen, Vergesellschaften – Ein offener Gesprächsabend über stadtpolitische Praxis mit der Antifaschistischen Linken Freiburg (IL)
Fr. 29.03. | 18:30 Uhr | Linkes Zentrum Freiburg

Wohnungsnot, steigende Mieten, soziale Spaltung und Verdrängung sind in Freiburg, wie auch in den meisten anderen deutschen Städten die besorgniserregende Realität. Wir denken: Es ist höchste Zeit, dem kapitalistischen Wohnungsmarkt etwas entgegenzusetzen, denn am privaten Wohnungsmarkt profitieren ausschließlich die Immobilienunternehmen, Banken und Fonds auf dem Rücken der Mieter_innen. In Berlin wird der Ruf nach der Enteignung der Deutsche Wohnen AG immer größer. Die im Herbst begonnene Besetzungswelle ist auch in Freiburg angekommen und hält weiter an. In Frankfurt wurde das Quorum für einen Mietentscheid erreicht: Die Forderung nach Vergesellschaftung der Städte wird immer lauter! Aber was genau meinen wir eigentlich mit Vergesellschaftung? Welche Möglichkeiten haben wir in Freiburg? Welche Chancen eröffnen Bürger_innen-Initiativen, Mietentscheide und Erbpachtverträge um den Mietenwahnsinn zu stoppen?

Was ist »Alles anders!«?
»Alles anders!« ist ein offener Gesprächsabend mit der Antifaschistischen Linken Freiburg (IL). In entspannter Atmosphäre wollen wir uns über aktuelle politische Themen, Strategien und Handlungsalternativen austauschen. Dabei steht jeder Abend unter einem thematischen Schwerpunkt – vom Aufstieg der AfD über Klimakämpfe bis hin zur Frage, warum wir noch immer im Kapitalismus leben. Egal, ob ihr nur reinschnuppern, einen geselligen Abend verbringen oder mitdiskutieren wollt – jede_r ist herzlich willkommen. Wir freuen uns auf euch!

Der "Mannheimer Weg" - ein Angriff des Postfaktischen

17. März 2019 - 18:28
Warum der "Mannheimer Weg" Ausdruck eines zunehmend autoritären Gesellschaftsverhältnisses ist. Kameraüberwachung mit Sicherheit eine Scheiss IdeeKameraüberwachung mit Sicherheit eine Scheiss Idee©

Am 16.11.2018 war es so weit: Nach kurzfristiger Ankündigung durch die Stadt Mannheim per Pressemitteilung vom Vortag startete das groß angelegte Videoüberwachungsprogramm (“Mannheimer Weg”), wobei zunächst die Kameras am Alten Messplatz sowie am Paradeplatz aktiviert und “konventionell” betrieben wurden. Begleitet durch eine ungleich größere Medienkampagne durften sodann am 3.12.2018 Sicherheitsdezernent Specht (CDU), Polizeipräsident Köber und Baden-Württembergs Innenminister Strobl (CDU) auf einen überdimensionierten roten Knopf drücken und damit die Inbetriebnahme eines Algorithmus’ zur automatischen Erkennung “auffälliger Verhaltensweisen” vollziehen, der vermeintliche Straftaten erkennen soll. Wie die genannten Herren immer wieder betonen, ist ein solcher einzigartig in Europa. Freimütig berichten sie, wie das Überwachungssystem, welches sie auch bei einem internationalen Kongress präsentierten, bei den Herrschenden des gesamten Kontinents Neid hervorgerufen habe. Und das ist erst der Anfang: Noch sind bei weitem nicht alle der 71 Kameras eingeschaltet, die zusätzlich zu den jetzt schon überwachten Gebieten auch noch die Breite Straße und eventuell auch den Plankenkopf in ihren Blick nehmen sollen, sodass der Polizei dann zu jeder Zeit über 5000 Stunden aktuelles Filmmaterial über die Mannheimer Stadtbevölkerung vorliegen wird.

Hier kommen wir ins Spiel: Als ebenso überwachungskritische wie freiheitsliebende Menschen möchten wir unsere Kritik an der autoritären Politik der konservativen Scharfmacher formulieren, die – wie historisch üblich – von der Mehrheit der SPD mitgetragen wird. Wir wollen in unserer Kritik dabei nicht bei Abwägungen über Kosten und Nutzen der Überwachung stehen bleiben, sondern versuchen, diese in Zusammenhang mit den gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen zu begreifen. Zweifelsfrei stellt die Einführung einer groß angelegten Videoüberwachung in Mannheim nämlich einen bedeutsamen Schritt in der Kontrolle der Zivilgesellschaft dar, der mehr Aufmerksamkeit und kritische Begleitung erfordert und verdient. Dies gilt gerade vor dem Hintergrund einer Stadtbevölkerung, die diese Kontrolle nach einer Umfrage gegenwärtig überwiegend befürwortet. Daher wollen wir hier deutlich machen, warum einer derartige Überwachung, wie es auf einem Banner bei einer Spontandemonstration auf der diesjährigen Lichtmeile formuliert wurde, “mit Sicherheit eine scheiß Idee” ist.

Gefühlte Sicherheit ersetzt eine objektive Analyse

Betrachtet man die Argumentation, durch welche die Notwendigkeit einer Videoüberwachung legitimiert werden soll, so trifft man dabei auf Formulierungen wie einem “Grundrecht auf gefühlte Sicherheit”, welches an den zu überwachendenden Orten angeblich nicht gewährleistet sei. Dieses Gefühl wird dabei zur Grundlage erklärt für tatsächliche Maßnahmen, ein subjektiver Eindruck bestimmt das objektive Vorgehen der Entscheidenden. Hier lässt sich ein Politikstil beobachten, wie er vor einiger Zeit mit dem Trendwort des “Postfaktischen” charakterisiert wurde. Im Mannheimer Stadtgebiet ist die Anzahl der Straftaten nämlich im letzten Jahr tatsächlich zurückgegangen, wobei gerade auf dem Alten Messplatz ein Großteil der Delikte im Handel von Betäubungsmitteln bestand, der sich auch durch “intelligente” Kameras (wie die Verantwortlichen nicht bestreiten) nicht erkennen lässt. Eine Faktenlage, der die weitere Verschärfung der Überwachung von Bürger*innen Hohn spricht. Zumal diese als „Ultima ratio“ gegen die angeblich überhand nehmende Kriminalität bezeichnet wird. Das behauptete und bei weitem nicht von allen geteilte Gefühl der betreffenden Einwohner*innen, lässt sich demnach nicht durch Tatsachen stützen.

Eine Politik, die – von der tatsächlichen Sachlage losgelöst – populistische Law- and Order-Maßnahmen durchsetzt, unterscheidet sich kaum noch von der Politik einer AfD. Wie die Politiker*innen der AfD postfaktische Angst vor “Überfremdung” zur Grundlage ihrer Politik nehmen, so unternehmen dies auch – unterstützt von der Mehrheit der SPD – die Polizei Mannheim sowie die genannten CDU-Politiker. Tendenziöse Medienberichte wie die Spiegel-TV-Reportage über die angeblich so grauenhaften Zustände in einzelnen Mannheimer Stadteilen kommen da gerade recht. Diskurse werden nicht geführt, sondern durch oberflächliche Maßnahmen scheinbar beruhigt. Angst und Ressentiment ersetzen den Streit um das stärkere Argument, bei dem die “scheiß Idee” niemals umgesetzt worden wäre. Wir hingegen vertreten eine Politik, die sich auf eine realistische Analyse der bestehenden Verhältnisse gründet und sich offensiv für ein freies und sicheres Leben für alle einsetzt.

Der Durchgriff des Staates wird gestärkt

Die Einführung der “intelligenten” Videoüberwachung findet in Mannheim in einem gesellschaftlichen Rahmen einer zunehmenden Autoritarisierung statt. Während in einem Bundesland nach dem anderen unter großen Protesten die Polizeigesetze verschärft werden, wurde ein solches Gesetz in Baden-Württemberg von der breiten Öffentlichkeit beinahe unbemerkt bereits verabschiedet. Das politische Klima wird derweilen von Brandstifter*innen wie Boris Palmer oder Herbert Reul bestimmt, die eine harte Hand des Staates fordern, wenn Aktivist*innen im Hambacher Forst für Klimagerechtigkeit kämpfen oder Menschen aus den falschen Ländern den groben Fehler begehen, sich in Deutschland aufzuhalten. Ganz praktisch lässt sich diese Entwicklung auch in Mannheim beobachten: Sei es beim gewalttätigen Vorgehen der Mannheimer Polizei im Anschluss an eine Spontandemonstration gegen Videoüberwachung auf der Lichtmeile, der in der erwähnten Spiegel-TV-Bericht dokumentierten Festnahme eines Falschparkers oder bei der unmenschlichen Abschiebung eines Elfjährigen aus dem Schulunterricht. Die Überwachung durch Kameras stellt hier nur eine weitere Dimension des Versuchs dar, eine umfassende staatliche Kontrolle zu etablieren. Gerade das als “intelligent” gepriesene Mannheimer System ist in einer Tendenz zu verstehen, die Möglichkeiten der Kontrolle immer weiter auszudehnen. Und auch wenn die Veranlassenden heute den Einsatz von beispielsweise Gesichtserkennungssystemen noch verneinen, so sind diese in der Logik eines sich immer weiter aufrüstenden Staates nur der konsequente nächste Schritt. Überwachung ist diesem dabei als Teil des staatlichen Repressionsapparats unmittelbar vorgebaut, sie setzt da an, wo Exekutivmaßnahmen noch gar nicht nötig oder gestattet sind. Durch ihre Präsenz erzwingt sie konformes Verhalten, ob nun auf den Plätzen Mannheims oder als virtuelle Überwachung im Internet, wie z.B. durch Vorratsdatenspeicherung oder Filtersystem für unbequeme Inhalte.

Auch hier lassen sich Verbindungen ziehen zur “konformistischen Revolte”, dem derzeitigen Rechtsruck: In seinem autoritären Charakter schreit er nach einer Gesellschaft, die Abweichende sanktioniert und aus der kuscheligen, homogenen Volksgemeinschaft ausschließt. Dem gegenüber lenkt die bürgerliche Gesellschaft nur allzu gerne ein und führt wie zur Beschwichtigung ein Arsenal von Disziplinierungsmaßnahmen vor. Dabei ist die verschärfte, explizite Überwachung nichts vollkommen neues, sondern wohnt der bürgerlichen Gesellschaft, die sich mal repressiver, mal individualistischer präsentiert, stetig inne. Die derzeitige autoritäre Formierung aus offen rechten Politikangeboten, staatstragenden Parteien und politisch aktiven Polizeiinstitutionen ist dabei bedingt von einer ökonomischen wie politischen Destabilisierung, wie sie sich in diversen sozialen Kämpfen in Europa ausdrückt. Die im Rahmen dieser Destabilisierung freiwerdenden Kräfte wären in der Lage, das Bestehende in Frage zu stellen, würden sie nicht in ein autoritäres Identitätsangebot gelenkt, welches für das Fortbestehen der bürgerlichen Gesellschaft (bis zum faschistischen Exzess) ohne Gefahr ist. Wir dagegen fordern eine vollkommen andere Art der Politik, die nicht auf der verdinglichten Bewegung autoritärer Strukturen, sondern auf der tatsächlichen Bewegung der Emanzipation beruht. Wir wollen keine Welt des Zwangs, des Drucks und der Überwachung, sondern eine, in der die Menschen sich als Menschen gegenübertreten können, um ihre Probleme zu verhandeln.

Überwachung als Stütze der Gentrifizierung

Der Einfluss, den die Politik der Angst auf die Stadt hat, steht in Zusammenhang mit einer anderen Dynamik, die sich in einigen Mannheimer Stadtteilen schon seit längerer Zeit beobachten lässt: Der Verdrängung. Neben dem schon ungleich stärker “aufgewerteten” Jungbusch ist gerade die Neckarstadt-West, die erst vor einigen Monaten zum Sanierungsgebiet erklärt wurde, hiervon betroffen. Dabei geht diese “Aufwertung” nicht nur mit steigenden Mieten und Zwangsräumungen, sondern auch mit staatlichen Maßnahmen einher, die dem investierenden Kapital eine vermeintlich saubere und für die Investierenden sichere Stadt zur Verfügung stellen soll. Dies lässt sich gut an der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Mannheim veranschaulichen: Dort wird einerseits die Erzählung einer hippen In-Stadt der Startups, coolen Kneipen und kulturellen Highlights bedient, andererseits das Gefühl subjektiver Unsicherheit ob der angeblich so hohen Kriminalitätsrate bestärkt. Ein “gutes” Mannheim der Gründerzentren und Night Mayors wird einem “schlechten” Mannheim der Messi-Wohnungen und dealenden Vorstadt-Rapper entgegengestellt, mit dem Schluss, dass zur Ausweitung des ersteren die Maßnahmen der Verdrängung nur recht und billig sind. Eine solche staatlich-repressive Rolle im Aufwertungskonzept nimmt die Videoüberwachung am Alten Messplatz ein. Die unbegründeten Ängste potentieller wohlhabender Investor*innen und Zuziehenden sollen unter den Augen des Überwachungsapparats zerstreut werden, sodass der Verdrängung sozial schwächerer Bewohner*innen durch sie nichts mehr im Weg steht.

Der Alte Messplatz hat hierbei durchaus Symbolcharakter: Als ein Ort, der für den Austausch unterschiedlicher Menschen steht, als einen Treffpunkt von Familien und Skater*innen, Boulspieler*innen und Feiernden und damit als ein Ort des Politischen im ursprünglichsten Sinne, der Verständigung von Menschen, der an dieser Stelle keiner staatlichen Struktur bedarf. In dieses Refugium der Freiheit interveniert die Videoüberwachung und unterstellt es dabei der Kontrolle einer herrschenden und verwertbaren Form von Sicherheit und Ordnung.
Wir aber wollen nicht in einer solchen autoritär durchgesetzten Stadt der Investor*innenlogik leben, sondern fordern eine solidarische Stadt von unten, die sich auf Selbstorganisation und Selbstverwaltung gründet. Wir wollen keine Stadt, in der die Herrschenden ihr Bild von Sicherheit und Ordnung verwirklichen und dabei die ökonomisch Schwächeren aus den Vierteln verdrängen, sondern eine lebendige und solidarische Stadt des freien Austauschs, in der Raum zum Leben nicht als Ware, sondern als Menschenrecht verstanden wird.

Das Problem heißt Rassismus

Bleiben wir beim Alten Messplatz: Besonders hier finden gerade im Sommer immer wieder offensichtlich rassistisch begründete Polizeikontrollen statt. Das sogenannte “Racial Profiling”, bei dem Menschen einzig auf Grund ihrer Einordnung in rassistische Kategorien kontrolliert werden, ist dort seit Jahren an der Tagesordnung. Das zugrundeliegende Denkmuster wird nun von der Videoüberwachung fortgeführt: Nicht umsonst sind die überwachten Orte, besonders der Alte Messplatz und die Breite Straße Orte, an denen sich auch Migrant*innen und Menschen mit Migrationshintergrund gerne aufhalten. Dem rassistischen Stereotyp folgend wird hier von einer erhöhten Bedrohung für die ursprungsdeutsche Bevölkerung ausgegangen und den Migrant*innen ein kriminelles Wesen zugeschrieben. Auch auf einer strukturellen Ebene führt sich der Rassismus der Videoüberwachung fort: Die gesamte Konstitution des “subjektiven Sicherheitsgefühls” als Begründung dafür funktioniert über die Annahme eines “Fremden” oder “Anderen” als Bedrohungsszenario. In ihrer strukturellen Nähe zur Funktionsweise rechter Politik ist nur naheliegend, wer als dieses “Fremde”, dass die Angst hervorruft, angenommen wird: Migrant*innen bzw. Menschen mit Migrationshintergrund. Der Rassismus der Videoüberwachung geht also hinaus über seine offensichtliche Form beim “Racial Profiling” und manifestiert sich schon in der Grundlage der Überwachung überhaupt.

Auch beim Aspekt der Verdrängung spielen rassistische Muster eine Rolle, denn ein “sauberes” und investor*innenfreundliches Viertel ist zumeist auch eines, in dem nicht zu viele Migrant*innen leben, und jene, die es tun, sich entweder erfolgreich in die deutsche Leistungsgesellschaft integriert haben oder aber als folkloristische Spaßmacher*innen zu dienen haben. Als normatives Werkzeug einer an sich strukturell rassistischen Gesellschaft ist die Videoüberwachung notwendigerweise ebenfalls rassistisch. Unsere Kritik ist sich dessen bewusst und verhält sich solidarisch zu allen, die tagtäglich betroffen von rassistischen Gewalterfahrungen sind. Der rassistischen Angstmacherei gegenüber setzen wir uns für ein solidarisches Zusammenleben ein, dass nicht auf Überwachung und Gewalt, sondern auf Dialog fußt.

Externalisierung statt Feminismus

Der Rassismus, der dem Bild der gefühlten Unsicherheit innewohnt, ist häufig einer, der sich selbst als Beschützer der (weißen deutschen) Frau aufspielt. Die gefühlte Unsicherheit wird dabei mit der rassistischen Vorstellung begründet, dass Migranten die Sicherheit von Frauen bedrohen und besonders häufig sexualisierte Gewalttaten begehen würden, eine Argumentation, wie sie etwa angesichts der sexuellen Gewalt an Silvester 2015 in Köln vorzufinden war. Die Videoüberwachung wird an dieser Stelle mit der an sich wünschenswerten Bekämpfung sexueller Belästigung und damit einem vermeintlich auch aus feministischer Perspektive vertretbaren Ziel begründet. Doch handelt es sich hierbei um eine Position, die sich wiederum strukturell auf rassistische Stereotype stützt und das tatsächliche Wesen des Patriarchats verkennt. Das Patriarchat nämlich ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig und lässt sich keinesfalls nur in migrantischen Communities vorfinden. Es durchdringt als Struktur von Herrschaft die ganze Gesellschaft, wie sich z. B. an der Vergeschlechtlichung von Sorgearbeit, dem Gender Pay Gap und der gegenwärtigen Praxis von Prostitution zeigt. Eine weitere Ausdrucksform stellt dabei sexuelle und sexualisierte Gewalt dar, die keineswegs auch nur überwiegend auf öffentlichen Plätzen und ausgeführt von Migrant*innen stattfindet, sondern gerade Zuhause und ebenso von deutschen Ehemännern.

Dabei geht es nicht darum, sexuelle Gewalterfahrungen kleinzureden. Ebenso wäre es wünschenswert, noch stärker gegen diese vorzugehen als dies gegenwärtig der Fall ist. Doch eine wirkliche feministische Perspektive geht das nicht durch Wegschieben in die Sphäre der “Anderen” und “Fremden” an und sagt dem Patriarchat als Ganzes den Kampf an. Dagegen schreibt ein angeblicher Feminismus, dem es einzig um die Markierung migrantischer Täter geht, diese sexuelle Gewalt den Fremden zu, um sich selbst rein zu waschen. Das Ergebnis davon ist, dass – während Migranten unter pauschalen Verdacht gestellt werden – deutsche Täter weiterhin bagatellisiert werden. Eine solche Externalisierung greift das nicht an, sondern sorgt dafür, dass dieses bestehen bleibt, da die Kraft sich auf ein Symptom anstatt auf die Befreiung vom Gesamten richtet. Die Videoüberwachung macht sich dieses Erklärungsmuster in ihrer Begründung zu Nutze. Für uns dagegen heißt Feminismus auch immer Antirassismus, wir wollen eine freie Gesellschaft, die das Patriarchat überwindet, anstatt dieses durch rassistische Konstruktionen aufrecht zu erhalten.

Die Kriminalität ist hausgemacht

Im Zusammenhang mit der Einführung der Videoüberwachung war viel von Kriminalität die Rede, die ja, so die Begründung, an den zu überwachenden Orten besonders stark sei. Eine Kritik der Videoüberwachung bedarf daher auch einer Auseinandersetzung damit, was überhaupt Kriminalität ist und durch was diese hervorgerufen wird. Zuallererst sind viele Handlungen, welche kriminalisiert sind, sicherlich nicht wertungsfrei: Niemand wird z. B. gerne ausgeraubt. Trotzdem steht Kriminalität, wie alles in dieser Gesellschaft, unter dem Einfluss des Gesamtzusammenhangs, den die Logiken von Konkurrenz und Verwertung ausmachen. In diesem ist sie häufig die einzige Möglichkeit, einer durch die ökonomischen Verhältnisse bestimmten, schlechten sozialen Stellung zu entkommen. Sie tritt also als Mittel der Wahl auf, um innerhalb einer von Konkurrenz bestimmten Gesellschaft konkurrenzfähig zu bleiben. Wo das Leben eben nicht solidarisch organisiert ist, sondern als ein stetiger Kampf für sich selbst vermittelt wird, kann Kriminalität ein logischer Schritt sein, unabhängig von der sozialen Schicht. Dabei kommt die Straßenkriminalität den ökonomisch schwächer Gestellten zu, während die ökonomisch besser Gestellten anderweitig betrügen. Kriminalität zu bekämpfen bedeutet also nicht nur, sie durch Überwachung und Repression zu verfolgen, sondern auch die sozialen und ökonomischen Realitäten hinter ihr zu erkennen, in denen sie oft der einzige Weg ist, um gesellschaftlich vermittelten Vorstellungen eines guten Lebens nahe zu kommen. Es braucht also eine Gesellschaft, in der Kriminalität nicht mehr nötig ist, da jede*r ein gutes Leben führen kann und das Verhältnis der Menschen von Solidarität statt von Konkurrenz geprägt ist. Videoüberwachung ist ein Schritt in die entgegengesetzte Richtung, sie verdrängt Kriminalität nur an andere Orte, statt sich mit ihren Wurzeln zu beschäftigen.

Besonders wollen wir hier auf den Verkauf von Betäubungsmitteln eingehen, der an den Orten der Überwachung zum Teil stattfindet und in ihrer Begründung einen besondere Rolle spielt. Denn diese Problematik liese sich recht einfach lösen, wäre der Kurs der Herrschenden nicht ein solch repressiver. Statt hier Ressourcen zur Bekämpfung eines Phänomens aufzuwenden, das sich ohnehin nicht in den Griff bekommen lässt (und schon gar nicht durch Kameras, welche einen Handschlag nicht von einem Drogendeal unterscheiden können), fordern wir eine Drogenpolitik, die auf eine vernünftige und geordnete Legalisierung gerichtet ist. Die Probleme, die unkontrollierter Handel auf der Straße mit sich bringt, würden so in geregelte Bahnen gelenkt, und auch dem “subjektiven Unsicherheitsgefühl”, das für manche von Drogenhandel ausgehen mag, wäre so genüge getan. Statt der autoritären Bekämpfung von Kriminalität in Broken-Window-Manier wollen wir Kriminalität an ihren ökonomischen und gesellschaftlichen Wurzeln packen, denn hinter ihr stehen zumeist die Dynamiken des Kapitalismus. Die Lösung liegt daher nicht im harten Vorgehen gegen die Kriminellen selbst, sondern in einer Politik, die solidarische Alternativen schafft und sich statt repressiven Einschränkungen die Freiheit zum Ziel nimmt.

Für eine freie Gesellschaft

braucht es eine ebenso konsequente Positionierung gegen die Videoüberwachung und die autoritäre Formierung, deren Ausdruck sie ist, als auch ein gesellschaftliches Gegenbild: Das Bild einer Gesellschaft, die sich aus den Fesseln von Ideologien wie Autoritarismus, Rassismus und Patriarchat befreit, eine Gesellschaft, die auf Solidarität und nicht auf Verwertbarkeit basiert. Unser Widerstand gegen die Überwachung geht stets auch einher mit unserem Einsatz für eine solche Gesellschaft. Dem “gefühlten Grundrecht” von Köber und Specht setzen wir unsere handfesten Freiheitsrechte entgegen, der subjektiven Angst unsere objektive Analyse. Alle Bürger*innen Mannheims fordern wir auf, sich zur Wehr zu setzen gegen die Dystopie einer überwachten Welt und stattdessen gemeinsam mit uns für das gute Leben für alle zu streiten!

Überlastet! Who cares?

15. März 2019 - 11:42
Chic Care Catwalk Die kapitalistische Ausbeutung von Frauen* in einem maroden Gesundheitssystem

Die Wurzeln der geschlechtlichen Arbeitsteilung in der Pflege- und Sorgearbeit reichen tief und weit zurück: Die Trennung von Berufs- und Hausarbeit, die Abwertung der Hausarbeit zur wertlosen Nicht-Arbeit und weiblichen Liebestätigkeit. Frauen* wird die Fürsorge und Pflege als in ihrem Wesen verankerte Bestimmung zugeordnet und ihnen immer wieder von Außen zugeschoben. Entsprechende Tätigkeiten bleiben zu großen Teilen im Privaten verborgen und werden marginalisiert. Teilzeitbeschäftigung und Altersarmut sind für viele Frauen* eine Folge davon, dass ihre unsichtbare und unbezahlte Sorgearbeit als Selbstverständlichkeit angesehen wird. Diejenigen, die ihre Angehörigen jedoch nicht selber versorgen können und sie nicht in Heime geben wollen, beschäftigten wiederum ärmere und entrechtete Frauen*, oft Migrant*innen, in ungeschützten Verhältnissen in Privathaushalten. Doch auch im Feld der bezahlten Sorgearbeit, in den Gesundheits- und Pflegeberufen arbeiten überwiegend Frauen*. Sie sind auch hier die hauptsächlich Leidtragenden von andauernden körperlichen und emotionalen Belastungen, fehlender Wertschätzung und zu geringer Bezahlung.

Für ein profitorientiertes Gesundheitssystem werden die Lohnkosten gedrückt, dadurch steigt die Arbeitsbelastung und die Qualität der Versorgung leidet. Die Verweildauer von Patient*innen in Krankenhäusern sinkt ständig, eine Pflegekraft hat immer mehr Patient*innen zu betreuen. Dabei steigen die Erlöse der profitorientierten Krankenhauskonzerne. Die Beschäftigten leiden unter der Arbeitshetze und darunter, ihre Arbeit nicht den eigenen Ansprüchen gemäß ausführen zu können. Und wenn das staatliche Gesundheitssystem am Kapitalismus krankt, füllen vielfach Frauen* wiederum im Privaten die Lücken durch unbezahlte Sorgearbeit. So wird „leichtfertig“ davon ausgegangen, dass die Familie oder besser gesagt die Frauen in den Familien, die anfallenden Pflegetätigkeit übernehmen. Sie kompensieren die ‚blutigen Entlassungen‘ der kostenoptimierten Krankenhäuser. Sie pflegen ihre Angehörigen und verzichten dafür auf Einkommen, Rentenansprüche und Selbstsorge. Ihre Arbeit und ihre Belastung aber werden unsichtbar gemacht.

Streik in der unbezahlten Pflegearbeit: Symbolische Überlastungsanzeigen und Lohnzettel

Wenn man unter diesen Bedingungen pflegt und Sorgearbeit verrichtet, kann man nicht einfach streiken und die zu pflegende Person allein lassen. Um dennoch auf die Arbeitsbedingungen in der (un)bezahlten Pflege aufmerksam zu machen und sich am Frauen*streik zu beteiligen, haben wir als Interventionistische Linke Berlin eine symbolische Überlastungsanzeige und einen Lohnzettel entworfen und Pflegende dazu aufgerufen, diese auszufüllen, Forderungen zu stellen und Wünsche zu äußern. In Krankenhäusern gibt es die Möglichkeit Überlastungs- und Gefährdungsanzeigen zu stellen, wenn zum Beispiel Personalmangel herrscht und aufgrund von schlechten Arbeitsbedingungen eine gute Pflege nicht mehr möglich ist. Doch auch in der unbezahlten Pflege ist Überlastung an der Tagesordnung.

Der Lohnzettel soll wiederum veranschaulichen, wie viele Stunden Arbeit pflegende Angehörige unbezahlt leisten, und wie viel Lohn dem mindestens entsprechen könnte, wenn ihre Arbeit sichtbar gemacht und vergütet würde. Einige haben wir am 7.3. auf einer Kundgebung vor dem Gesundheitsministerium vorgelesen, um pflegenden Angehörigen zu Wort kommen zu lassen. Und alle haben wir im Anschluss dem Gesundheitsministerium übergeben,  um auf die Probleme in der Pflege- und Sorgearbeit weiter Aufmerksam zu machen. Als Pflegefachkräfte, Pflegende Angehörige und potentiell einmal zu Pflegenden vereint, haben wir eine neue Stufe des Protestes, als Teil einer feministischen Bewegung gestartet. 

Radikale Forderungen einer wachsenden Bewegung
Wir fordern eine bedarfsgerechte Finanzierung und Umstrukturierung der Gesundheitsversorgung, ausgerichtet an den tatsächlichen Bedürfnissen und der Selbstbestimmtheit von Patient*innen und Beschäftigten. Außerdem fordern wir ein generelles Profitverbot für das Gesundheitssystem sowie einen Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle Menschen! Wir treten für Verbesserungen in der bezahlten und unbezahlten Sorgearbeit ein.  Gesundheit darf keine Ware sein, Kranke kein Mittel der Gewinnmaximierung. Pflegekräfte dürfen kein Kostenfaktor und Pflege kein Grund für Altersarmut sein, Angehörige oder Freund*innen sowie Entrechtete und Illegalisierte nicht Lückenbüßer*innen eines maroden Systems. Wir fordern Selbstbestimmung und Bedarfsorientierung in der Pflege- und Sorgearbeit  - Für eine feministische Pflege, die uns alle angeht!

https://frauenstreik.org/wie-streiken/unbezahlte-arbeit-bestreiken/

Internationalismus und Neue Klassenpolitik

13. März 2019 - 11:55

Buchvorstellung und Diskussion am 13. März ab 20 Uhr
im kafe marat, 20 Uhr, mittwochskafe
Thalkirchner Str. 102, 80337 München

„Neue Klassenpolitik“ entwickelte sich 2018 zum Schlagwort einer Debatte, die von der Linkspartei, über die außerparlamentarische Bewegungslinke bis zu organisierten Mieter_innen oder Arbeitskampfgruppen geführt wird – es geht dabei um Grundsätzliches. Analyse und Kritik hat über 30 Beiträge zum Thema versammelt – darunter auch der Beitrag „Innerhalb oder jenseits des Nationalstaats“. Nicht nur wegen des Sommers der Migration und des Aufstiegs der Rechten ist der bürgerliche Nationalstaat und die Frage, welches Verhältnis Linke zu ihm haben, zurück auf der Agenda. Zur Diskussion steht auch, „inwiefern der Klassenkampf eine nationalstaatliche Räumlichkeit hat oder haben muss“ oder anders gefragt: Welche Strategien fehlen der Linken, den „Nationalstaat zu überwinden“ und den Klassenkampf internationalistisch zu organisieren? Nelli Tügel analysiert: Keine Seite der Linken ist derzeit in der Lage, konkret zu beantworten, wie (international) Verbesserungen für die Arbeiter*innenklasse erreicht werden können.

Mit Nelli Tügel , Redakteurin bei der Tageszeitung neues deutschland und Autorin des Beitrags „Innerhalb oder jenseits des Nationalstaats. Der räumliche Rahmen von Klassenkämpfen und die Debatte um Migration“
und
Hannah Eberle , Geschäftsführerin bei Monatszeitschrift analyse und kritik und Autorin des Beitrags „Was Erwerbslose und Prekäre eint“

Eine Kooperationsveranstaltung von:

mittwochskafe im kafe marat

ak - analyse & kritik Zeitung für linke Debatte und Praxis

Münchner Solidaritätsbündnis für Kurdistan

antifant – autonome antifa münchen

Interventionistische Linke (IL) München

Rosa Luxemburg Stiftung Bayern

Kurt Eisner Verein

Prozesstermin gegen Kriegsgegner

12. März 2019 - 9:57

Nicht die Kriegsgegner sind kriminell, sondern die, die Kriege vorbereiten.

Zwei Genossen aus Frankfurt/M. sollen 15.000 Euro zahlen, weil sie während der Jahreshauptversammlung von Rheinmetall am 8. Mai 2018 im Berliner Maritim-Hotel vor dem Haupteingang ein Transparent mit der Aufschrift: „8. Mai 1945 – damals wie heute, war starts here, let’s stop it here“ zeigen wollten.

Das Banner war in den Farben der kurdischen Befreiungsbewegung gehalten, um gegen den Einsatz von Leopardpanzern aus deutscher Rüstungsproduktion beim völkerrechtswidrigen Einmarsch der Türkei in Afrin/Syrien zu protestieren. Die Strafbefehle wurden mit Vorwurf des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte begründet.

Rheinmetall ist traditionell mit dem deutschen Militarismus verbunden und fungiert auch als diplomatisches Pfund für die deutsche Außenpolitik. Die Waffen „Made in Germany“ werden von zahlreichen Diktaturen, wie der Türkei oder Saudi-Arabien bestellt und von Rheinmetall geliefert. Der deutsche Staat nutzt sie als Türöffner für andere Geschäfte und politischen goodwill der Regierungen. Rheinmetall macht Profite mit dem Tod von zahllosen Menschen. Wir werden das nicht hinnehmen.

Wir zeigen uns solidarisch mit den antimilitaristischen Aktivisten und rufen auf zur:
Protestkundgebung am 18.3.2019 ab 8 Uhr vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten, Turmstrasse 91
Der Prozess beginnt um 9:15 im Raum 456.

Save the date: Die nächste Rheinmetall-Aktionärsversammlung findet am 28. Mai 2019 statt. War starts here, let's stop it here - Rheinmetall entwaffnen - Solidarität mit dem kurdischen Befreiungskampf.

Cafe Arranca!

11. März 2019 - 10:48

 

Nach dem Frauen*streik ist vor dem nächsten Streik!

Für die geistige und seelische Nahrung für Zwischendurch laden wir euch am Sonntag, den 17.03 in das Cafe Arranca!, dem Freiraumcafe der iL in der Rhein-Neckar Region, in den ASV Mannheim ein.
Zum leiblichen Wohl servieren wir dieses mal Kumpir, ein türkisches Kartoffelgericht mit veganer Füllung (sehr lecker/ auf Selbstkostenbasis!) auf 19:00 Uhr. Anschließend, auf ca. 20:00 Uhr möchten wir uns mit euch gemeinsam in einem Input die Frage stellen, was Feminismus mit Ökonomie zu tun hat:

Der Input bietet einen kleinen Einblick in Ansätze der marxistisch-feministischen Ökonomiekritik. Zuerst gibt es einen kurzen historische Exkurs zu den Anfängen. Wir schauen uns an, wie Frauen* im Kapitalismus existieren, wie die moderne Hausfrau entstanden ist, was es mit den „Lohn für Hausarbeit“-Kampagnen der 1970er Jahre auf sich hatte und welche Probleme entstehen, wenn Sorgearbeit in Lohnarbeit über-/ausgeführt wird.
Am Ende bleibt die Frage: Was tun? Hierzu wird die Vortragende ein paar Gedanken formulieren, die danach gemeinsam gerne weiter diskutiert werden können.

Was ist das Cafe Arranca?!
Das Cafe Arranca! ist ein neues Freiraum-Angebot im ASV im Jungbusch, welches immer am dritten Sonntag im Monat um 19 Uhr stattfindet. In gemütlicher, ungezwungener (Café-)Atmosphäre möchten wir euch einen Raum bieten, für Diskussion und politische Auseinandersetzung, um sich auszutauschen und kennenzulernen. Oder einfach um entspannt die Woche ausklingen zu lassen. Dazu gibt es leckeres, veganes Essen zum Selbstkostenpreis und regelmäßig einen politischen Input (Film/ Texte/ Vortrag).
Wir wollen mit euch gemeinsam einen Raum schaffen in dem sich alle wohlfühlen und verschieden sein können, weshalb wir keinen Bock auf jegliches diskriminierendes Verhalten haben.

ILTIS in Bermudas - Schwangerschaftsabbruch in Deutschland - Wo endet der weibliche Körper?

11. März 2019 - 10:42

»ILTIS in Bermudas«, Sendung 32: »Schwangerschaftsabbruch in Deutschland - Wo endet der weibliche Körper?«:

Zum Livestream hier lang

Das Recht von Frauen, ungewollte Schwangerschaften zu beenden, ist seit jeher stark umkämpft und wird in der BRD aufgrund der geplanten Änderung des § 219a des Strafgesetzbuches (StGB) wieder grundlegend diskutiert. Geführt wird die Debatte dabei zumeist anhand der (eher philosophischen) Frage nach dem Beginn menschlichen Lebens. Die Auswirkungen dieser Debatte sind dagegen ganz praktisch: erscheint der weibliche Körper unter diesem Blickwinkel doch nur noch als Brutstätte des »ungeborenen Lebens« und wird die Entscheidung von Frauen über ihren eigenen Körper massiv eingeschränkt und gegebenenfalls sogar sanktioniert.

In dieser Ausgabe von »ILTIS in Bermudas« möchten wir das Selbstbestimmungsrecht von Frauen in den Vordergrund rücken. Gemeinsam mit einer Medizinerin und Katharina Hettler von der Beratungstelle Pro Familia, klären wir auf, was es mit der geplanten Änderung des § 219a StGB auf sich hat, der seinem Wortlaut nach eigentlich »nur« die Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft sanktioniert, in der Praxis jedoch gegen Ärzt*innen angewandt wurde, die über die Tatsache informierten, dass sie Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Außerdem werden wir über die gegenwärtige gesetzliche Regelung von Schwangerschaftsabbrüchen in der BRD und ihren Grundlagen diskutieren.

»ILTIS in Bermudas« ist der monatliche Polit-Talk im Bermuda Funk der IL Rhein-Neckar & Friends. Die Sendung wird jeden dritten Dienstag eines Monats um 22 Uhr ausgestrahlt und kurz vorher aufgenommen. Sie ist über den Livestream des bermuda.funks ( http://bermudafunk.org/livestream.html ) zu empfangen sowie auf den UKW-Frequenzen 89,6 MHz (MA) / 105,4 MHz (HD) und anschließend vorübergehend im Podcast des bermuda.funks und dauerhaft im Archiv von Freie-Radios.net ( http://www.freie-radios.net/serie/iltisinbermudas ) zu finden.

Soziale Infrastruktur als Transformationskonzept

9. März 2019 - 13:59
Dritter und letzter Teil der Veranstaltungsreihe „Die Commune im 21. Jahrhundert“: Vortrag und Diskussion über das Konzept “Soziale Infrastruktur als Transformationskonzept“.

Seit 2003 beschäftigt sich das Frankfurter Links-Netz mit einem alternativen Ansatz der Sozialpolitik. Die soziale Infrastuktur soll die Voraussetzungen für das gute Leben aller schaffen.

Die Infrastruktur – vor allem die Bereiche Gesundheit, Bildung, Kultur, Verkehr und Wohnen – soll allen zur Verfügung stehen, völlig unabhängig von vorherigen Einzahlungen oder nachfolgenden Verpflichtungen.
Das heisst, dass auch die Verbindung zwischen Arbeit und Einkommen gelöst werden soll. Dies könnte mit einem bedingungslosen Grundeinkommen umgesetzt werden.

Diese Idee einer Transformation der Gesellschaft werden die Referenten Dirk Martin und Jens Wissel (beide Links-Netz)  vorstellen.

Die Veranstaltung wird organisiert von der IL Aschaffenburg in Kooperation mit der Kommunalen Initiative.

Die Veranstaltung findet im Stern e.V. – Platanenallee 1 – Aschaffenburg – statt und beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

System change not climate change!

9. März 2019 - 13:58
Der erst für 2038 beschlossene Ausstieg aus der Kohleverbrennung stößt auf starke Kritik und wird heiß diskutiert. Dass dies so ist, ist auch der Schüler*innenbewegung „Fridays For Future“ zu verdanken. Doch es muss noch viel mehr Druck aufgebaut werden, um den Ausstieg aus der Kohle zu beschleunigen. Denn der Klimawandel verlangt schnelles Handeln.

Doch wie genau schaut der getroffene Kohlekompromiss eigentlich aus? Was wären mögliche Folgen wenn der Ausstieg tatsächlich erst 2038 erfolgen würde? Welche Ideen gibt es in der Klimabewegung um sich gegen die Interessen der Kohlebefürworter durchzusetzen? Und was genau ist eigentlich mit dem „System Change“ gemeint, der auf den zahlreichen Demos gefordert wird?

Diesen und anderen Fragen wollen wir an diesem Nachmittag nachgehen. Zu Beginn wird es ein kurzes Inputreferat mit Aktivist*innen von „Ende Gelände“ geben. Anschließend wollen wir uns in einer offenen Diskussion austauschen.

Alle Schüler*innen, Aktive aus der Klima- und Umweltbewegung oder am Thema Interessierte sind herzlich eingeladen - Wir freuen uns auf euer Kommen!

FREITAG, 22. MÄRZ – 16 Uhr
Stern e.V. – Platanenallee 1 (neben der City Galerie) - Aschaffenburg

Gemeinsam gegen Repressionen! Heraus zum Tag der politischen Gefangenen!

7. März 2019 - 15:11

16.3.19 / Hamburg / Millerntorplatz / 18 Uhr

Gut zwei Jahre nach dem G20-Gipfel haben Polizei und Senat ihre beispiellose Hetz- und Fahndungskampagne noch lange nicht beendet. Die selbst bei Kleinstdelikten durchgeführten Hausdurchsuchungen, die Öffentlichkeitsfahndungen nach Minderjährigen, die pauschale Erfassung mehrerer Tausend Protestierender, die Einspeisung von 100 Terabyte Bild- und Videomaterial in digitale Ermittlungssoftwares und der Einsatz von mit Maschinenpistolen bewaffneten Sondereinheiten in Wurzen und auf dem Schulterblatt 2017 sind nur einige Beispiele dafür, wie die (Hamburger) Polizei ihren Handlungsspielraum in den letzten Jahren selbstständig erweitert hat. Wer sich so selbstbewusst selbst ermächtigt wie die Hamburger Polizei, der kann sich sogar entspannt zurücklehnen, wenn andere Bundesländer wie Niedersachsen und NRW schärfere Polizeigesetze einführen. Polizei und Hamburger Repressionsbehörden bewegen sich in einem politischen Klima, bei dem von vornherein klar ist, dass ihnen am Ende noch jede fragwürdige Überwachungskamera in einer Colaflasche durchgehen wird, solange es sich nur irgendwie um eine Maßnahme gegen "linke Gewalt" oder wahlweise gegen "Drogendealer*innen" handelt.

Wegweisend für die autoritäre Formierung der Hansestadt wird auch der Prozess gegen fünf – teils minderjährige - Angeklagte aus Hessen und Frankreich sein, der aktuell am Hamburger Landgericht geführt wird. Denn dort will die Staatsanwaltschaft selbst entscheiden, für wen die Versammlungsfreiheit gilt: Die Anklageschrift beruft sich ausschließlich darauf, dass sich die fünf an einer nicht angemeldeten Demonstration beteiligt haben sollen, aus der Sachschaden hervorgegangen sei. Allein durch ihre Anwesenheit hätten sie ‘psychische Beihilfe’ geleistet. Ihnen soll so jede einzelne der aus der Menge begangenen Sachbeschädigungen – die insgesamt mehr als eine Million Euro Schaden verursacht haben sollen – strafrechtlich zuzuordnen sein. Damit geht es in den aktuellen Verfahren auch um die konkrete Einschränkung der Versammlungsfreiheit von uns allen, welche die Hamburger Staatsanwaltschaft bereits im Prozess gegen Fabio durchsetzen wollte. Sollten sie mit ihrem Wahnsinn durchkommen, hätte dies zur Folge, dass eine bloße Teilnahme an einer Demonstration künftig als Grund ausreichen könnte, um Menschen zu Gefängnisstrafen zu verurteilen. Die Repression gegen Linke im Zuge von G20 ordnet sich so in eine Tendenz der autoritären Formierung von Staat und Gesellschaft insgesamt ein, welche sich seit Jahren schrittweise vollzieht. Während der braune Mob in Chemnitz und Köthen tobt und die AfD in immer krasseren Tönen hetzt, setzen die regierenden Parteien von Bund und Ländern die rechten Forderungen ganz praktisch um. Kein Zufall, dass Heimatminister Horst Seehofer ein Verbot der Roten Hilfe plant, die schon 1933 verboten wurde: Die Feindin* steht - nicht nur für die CSU - links.

 

Gegen die Gewalt der herrschenden Ordnung. Gemeinsam gegen Neoliberalismus und Rechtsruck!

 

Nicht erst seit dem G20 wird das kollektive Aufbegehren gegen die herrschenden Verhältnisse systematisch kriminalisiert und damit versucht, den vielfältigen Protest für eine solidarische Gesellschaft als gewalttätig zu entpolitisieren und so staatliche Repression gegen Antikapitalist*innen, Feminist*innen und Antifaschist*innen zu rechtfertigen. Dabei ist Gewalt in unserer Gesellschaft an der Tagesordnung. Und mit einem Staat, der mit bewaffneten Grenztrupps Menschen daran hindert, nach Europa zu fliehen und hierfür Deals mit Diktatoren wie Erdogan oder Warlords in Libyen abschließt, der den Krieg gegen Kurd*innen in Nordsyrien fördert, der selbst 'Ankerzentren' einrichtet, um Geflüchtete in Deutschland systemtisch zu entrechten und abzuschieben, der jungen Hartz-4-Empfänger*innen die gesamte Sozialhilfe kürzen und arme Menschen aus ihren Wohnungen werfen darf, mit dem diskutieren wir nicht über die Berechtigung von Protest.

 

Der Schleier des Scheines der (neo-)liberalen Gesellschaft lüftet sich zunehmend und es offenbart sich mehr und mehr der repressive Charakter einer Politik global konkurrierender Staaten, die vorrangig darauf zielt, bessere Bedingungen für die Profite der heimischen Unternehmen durch effektivere Ausbeutung der lohnabhängigen Bevölkerung zu schaffen. Besonders hart trifft die immer repressivere Politik vor allem jene, welche sich der Konkurrenzlogik nicht unterwerfen wollen oder können. Im Schatten des Niedergangs der neoliberalen Verwaltung des Kapitalismus gewinnen die Rechtspopulist*innen wie AfD und Co. weltweit an Bedeutung. Nicht mit dem Versprechen, dass es besser für alle werden soll, sondern mit einem Apell an den autoritären Charakter: "Wenn es uns schon nicht gut geht, dann soll es wenigstens anderen Menschen noch schlechter gehen!". Die zunehmend nervöse Antwort der (noch) herrschenden Institutionen und Parteien ist ein neoliberales "Weiter So!", das keine anderen Optionen kennt als die stetige Zuspitzung von Konkurrenz und Ausbeutung. Die Konzentration von geflüchteten Menschen in den Ankerzentren und die systematische Verdrängung derer aus den Innenstäden, welche nicht genug beim Verkauf ihrer Arbeitskraft verdienen um sich die unaufhörlich steigenden Mieten leisten zu können, sind hierbei nur zwei konkrete Auswirkungen der globalen Entwicklungen in der Ökonomie und der autoritären Beantwortung der damit einher gehenden sozialen Zerwürfnisse. Ein emanzipatorischer Kampf, der wirklich erfolgreich diese Tendenzen eines Rechtsruckes zurückdrängen will, muss auch die Normalität der herrschenden Ordnung von Links angreifen.

 

Am 16.03., kurz vor dem Tag der politischen Gefangenen, werden wir zusammen auf die Straße gehen, um zu zeigen, dass wir uns unser Recht auf Widerstand nicht nehmen, unsere Versammlungsfreiheit nicht einschränken und uns von Repression nicht einschüchtern lassen! Wir werden Solidarität mit den Genossen aus Hessen und mit Loic ausdrücken, der weiterhin im Gefängnis Holstenglacis eingesperrt ist. Gemeinsam werden wir zum Knast demonstrieren und sichtbar machen, dass wir keinen von ihnen alleine lassen und unser Kampf für eine solidarische Gesellschaft jeden Tag weitergeht. Gemeinsam stellen wir uns der autoritären Formierung entgegen und treten für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung ein. Für ein tatsächliches Ende der Gewalt: Für eine Gesellschaft in der die freie Entwicklung einer jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist!

 

Kommt mit uns gemeinsam auf die Straße!

Solidarität mit der Roten Hilfe - Freiheit für alle (politischen) Gefangenen!

Überlastet! Who cares?

5. März 2019 - 21:08

Das fragt ihr euch auch?
Dann kommt am 7.03 um 10 Uhr zur Aktion vorm Bundesgesundheitsministerium.

Mit einem Chic Care Catwalk und der Übergabe von Überlastungsanzeigen wollen wir deutlich machen, wie viele verschiedene Menschen von den Missständen in der Pflege- und Sorgearbeit betroffen sind. Ob in der professionellen Pflege, Versorgung, Erziehung etc. oder in der Pfelge Angehöriger und nahstehender Personen - diese Arbeit erfährt wenig gesellschaftliche Wertschätzung und die Bedingungen unter denen
gearbeitet werden, bleiben oft unsichtbar. Dabei belasten die Missstände, nicht nur diejenigen, die pflegen, sondern erstrecken sich auch auf alle Patient*innen, Pflegebedürftigen und die, die dies einmal
sein werden.

Auf die Frage „Who cares?“ kann für uns die Antwort nur sein „We care!“. Kommt deswegen mit uns zum Bundesgesundheitsministerium und beteiligt euch an der Aktion. Wir wollen gemeinsam auf die Herausforderungen und Probleme in der Gesundheits- und Existenzversorgung aufmerksam machen und zum Frauen*streik am 8. März aufrufen!

PS: Ihr pflegt selbst Angehörige und könnt am 7.3 nicht zum Bundesgesundheitsministerium kommen, wollt euch aber trotzdem beteiligen? Dann füllt diese Überlastungsanzeigen aus (https://frauenstreik.org/wp-content/uploads/2019/01/190102_Lohnzettel_Pflegearbeit_V3.pdf). Diese werden im Anschluss an den Chic Care Cat Walk übergeben.

Weitere Infos zu Beteiligungsformen findet ihr auch unter https://frauenstreik.org/wie-streiken/unbezahlte-arbeit-bestreiken/

#ichstreike8M

5. März 2019 - 21:02
5 vor 12 Uhr #ichstreike8M

Der bundesweite Frauen* und Queer Streik ruft um 5 vor 12 Uhr dazu auf sich mit einem Stuhl in den öffentlichen Raum zu setzen. An den Stühlen sollen Plakate befestigt werden mit der Aufschrift "ich streike" oder  "ich streike, weil....". Ihr könnt in euren Städten zentral an einen Ort mobilisieren, die Aktion kann aber auch dezentral stattfinden z.B. vor dem Arbeitsplatz, vor der Haustür... In Berlin treffen wir uns um 11.45 Uhr am Robert Koch Platz.

Alle, die mitmachen, können ein Foto unter dem #ichstreike8M posten oder an ichstreike8m@riseup.net senden. Wir wollen dadurch ein bundesweites medienwirksames Bild schaffen. Alles andere, was schon geplant ist, kann trotzdem stattfinden, aber lasst uns gemeinsam versuchen, dass diese Aktion groß wird!

Sendet E-Mails an Betriebe und Einrichtungen, in denen viele Frauen* arbeiten...

https://frauenstreik.org/

Die interventionistische Linke ruft auf: Frauen*- und Queers-Streik

4. März 2019 - 19:53

Ein Gespenst geht um: von Argentinien bis Indien, von Nigeria bis Spanien, von Thailand bis Polen. Von Jahr zu Jahr wächst die feministische Bewegung an und gewinnt an Kraft. Ihr gewähltes Instrument ist der Streik. Der Frauen* streik in Spanien am 8. März 2018 wurde zum größten Streik in der Geschichte Europas. Schon in 53 Ländern gibt es Frauen*streik-Bewegungen. 2019 geht der transnationale Frauen* - und Queers-Streik am 8. März, dem internationalen Frauen* kampftag, in die nächste Runde. Seit Monaten planen wir auch in Deutschland im Rahmen eines Netzwerks aus hunderten Frauen* und Queers den feministischen Streik. Wir werden an diesem Tag die uns auferlegten Rollen und Aufgaben verweigern und das patriarchale System sabotieren. Wir lassen uns nicht länger ausbeuten! Wir streiken - am 8. März 2019 und darüber hinaus!

Den patriarchalen Kapitalismus bestreiken

Gründe zum Streiken gibt es mehr als genug: Nach wie vor verrichten FLTI* den Großteil der unbezahlten oder gering bezahlten Sorge- und Hausarbeit, oft unter prekären und unsicheren Bedingungen. Insbesondere migrantische FLTI* of Color müssen die durch neoliberale Kürzungspolitiken entstehenden Versorgungslücken mit ihrer Mehrarbeit schließen. Diese Verhältnisse bleiben unsichtbar, daraus speist sich der Kapitalismus.
Darüber hinaus stehen wichtige politische Errungenschaften der letzten Jahre durch den erstarkenden Antifeminismus und Hetero- und Cissexismus der “Neuen Rechten" unter Beschuss. Besonders angegriffen werden: die Rechte von Frauen*, Lesben, Trans*, Inter* Personen. Das zeigt sich in den Bereichen der Antidiskriminierungs- und Gleichstellungspolitik, der Verankerung der Gender Studies in den Universitäten und der körperlichen Selbstbestimmung z.B. in Form von legalisierten Schwangerschaftsabbrüchen.

Weltweit steigt die Gewalt an Frauen* und queeren Menschen. In Südamerika gehen seit einigen Jahren hunderttausende FLTI*'s gegen Feminizide und sexistische Gewalt auf die Straße. Belästigungen und Übergriffe sind aber auch in Deutschland die traurige Normalität: Im Jahr 2017 sind in Deutschland 147 Frauen* durch ihren aktuellen oder ehemaligen Partner umgebracht worden. Die zahlreichen gewalttätigen Übergriffe auf Trans*-Personen und Queers werden nicht dokumentiert. Ganz zu schweigen von der strukturellen Diskriminierung und Bevormundung von Trans*, Inter* und nicht binären Menschen. Es stehen weiterhin dringend aus: das Verbot von geschlechtszuweisenden, medizinischen Eingriffen bei intersexuellen Kleinkindern ohne deren Zustimmung; die Abschaffung der diskriminierenden Gutachtenpflichten für trans* Personen (geregelt im sog. TSG). und die Schaffung von Gesetzen die einen selbstbestimmten Umgang mit Personenbezeichnungen ermöglichen. Zudem gehört das Prostituiertenschutzgesetz abgeschafft, welches die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Sex- Arbeiter* innen massiv verschlechtert und deren Forderungen ignoriert.

Wir sagen Schluss mit Gewalt, Ausbeutung, Diskriminierung und Bevormundung! Wir treten in den Streik!

Den politischen Streik zurückerobern

"Wenn wir streiken, steht die Welt still", riefen die streikenden Spanier*innen im vorherigen Jahr von der 8M-Bewegung. Um Gesellschaft neu zu denken, drücken wir für einen Moment die Stopptaste. Weil manche Dinge erst sichtbar werden, wenn sie nicht mehr gemacht werden, heißt Streik für uns: Verweigerung! Wir machen Feminismus zur DER Kampfansage gegen autoritäre Regime, Rassismus und Rechtspopulismus! Weil die Arbeiten, die wir Frauen* und Queers alltäglich verrichten, vielfältig sind, wird auch unser Streik vielfältig sein: Wir bestreiken nicht nur unsere Lohnarbeit, sondern die patriarchalen Strukturen in Bereichen wie unentlohnte Pflege-Arbeit, emotionale Arbeit, Haushalt, hetero- und cisnormative Geschlechterrollen, Schönheitsideale, Vereinzelung und Konkurrenzverhältnisse.
So wollen wir am 8. März den Alltag stören, wenn möglich auch lahmlegen. Ein solcher Streik, der alle Lebensbereiche betrifft, soll weh tun! Denn die Realität verletzt uns und wir sind nicht länger bereit das hinzunehmen! Der Streik ist die nächste Stufe der Eskalation.

Feministischer Streik heißt: Mit gesellschaftlichen Zwängen brechen, es sich gut gehen lassen. Wir werden all die Zeit, die wir sonst mit unbezahlter und unsichtbar gemachter Arbeit verbringen, anders nutzen - um uns zu vernetzen, um Ideen für eine bessere Gesellschaft auszutauschen, Widerstand zu leisten oder einfach mal zu chillen.
2019 ist nur der Anfang einer langen und massenhaften feministischen Bewegung.

Feministische Strukturen schaffen

Wir werden uns in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren organsieren und linksradikale, feministische (FLTI*-)Netzwerke in nie dageweseneer Größe und Stärke aufbauen. Die Art und Weise unserer Organisierung ist dabei eine wichtige Basis für die Ziele die wir erreichen wollen. Unsere zukünftigen Strukturen müssen sich mit den Verschränkungen verschiedener Diskriminierungsformen auseinandersetzen, Barrieren und Hierarchien abbauen und Menschen milieuübergreifend ansprechen und einbinden. Mit Kommunikations- und Handlungsweisen, die auf füreinander da sein (care!), Achtsamkeit und wertschätzendem Umgang (anstatt auf Konkurrenz) beruhen, kämpfen wir gegen ökonomischen und politischen Leistungszwang. Feministische Organisierung betrachtet und nutzt Erfahrungen der Kämpfe aus unterschiedlichen Generationen und Kontexten als notwendige Grundlage und wertvolle Inspirationsquelle für aktuelle und kommende Herausforderungen. Der Feminismus schafft Räume für eine neue utopische, politische Praxis für vielfältige, queere Lebensweisen, die patriarchale Normen unterwandern und mit ihnen brechen.

Die Vernetzungsstrukturen, die in Ostdeutschland im Vorfeld des Streiks entstehen, bilden ein wichtiges/ernstzunehmendes Gegengewicht zur rechten Infrastruktur. Wir werden den Kampf gegen rechte Weltbilder stärken und – auch mit Blick auf die Landtagswahlen 2019 - einen feministischen Gesellschaftsentwurf für ein solidarisches Miteinander voranbringen.

Die Utopie ins Jetzt holen

Wir, linksradikale Feminist*innen und FLTI*s haben mit diesem Streik die Möglichkeit, der ganzen Gesamtscheiße unsere Vorstellung von Gesellschaft entgegenzusetzen: eine Gesellschaft ohne Kapitalismus, ohne Herrschaft und Ausbeutung, ohne Gewalt und stukturelle Diskriminierung. Eine Gesellschaft, die auf Selbst- und Mitbestimmung und praktischer Solidarität basiert, in der vielfältige Beziehungs-, Lebens- und (Re-)produktionsweisen möglich sind. Eine Zukunft, nicht möglich ohne intersektionalen Feminismus.
Wir werden den 8. März 2019 mit vielfältigen Protestformen gestalten und für uns nutzen: Ob mit einer Demo, einem Vernetzungs-Frühstück, einer Info-Veranstaltung am Arbeitsplatz, der Umgestaltung öffentlichen Raumes, Blockaden, Betriebsversammlungen, kämpferischen Mittagspausen, Ausschlafen und krank feiern, Blumen und Pralinen verweigern, Menschen die nicht streiken können am Arbeitsplatz einladen Pause zu machen (z.B, an der Kasse zum Tee trinken einladen), Uni und Schule schwänzen, alternative Streikveranstaltungen in den Unis organisieren, Transpis raus hängen, Kunstaktionen an öffentlichen Orten organisieren...
Um zu zeigen, was alles stillsteht, wenn wir nicht mehr arbeiten rufen wir euch dazu auf euch um 5 vor 12 gemeinsam mit uns für mehrere Minuten hinzusetzen. Setzt euch hin, wo auch immer ihr sied - auf Plätzen, an Straßenkreuzungen, in euren Wohnungen oder im Büro.
Wir sind wütend und haben keine Lust mehr gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Und weil wir wütend sind, werden wir schreien. Wir rufen euch auf am globalen Aufschrei um 17.00 mitzumachen und eine Minute gemeinsam laut zu sein. Sie sollen unsere Wut zu hören bekommen!

Wir stehen aber gerade nicht nur vor einem einzelnen Streiktag, sondern am Anfang einer langjährigen feministischen Streikbewegung. Der 8. März 2019 wird nur der öffentliche Auftakt für eine breite, langfristige Organisierung in Nachbarschaften, in Betrieben, in Senior* innenheimen, in der Kulturszene, in Freund*innenkreisen… und und und. Es liegt an uns allen, die Bewegung über den 8. März hinaus, über die nächsten Monate und Jahre, aufzubauen und mit Leben und Kampf zu füllen!
Wie wäre es für den Anfang, wenn wir nicht nur den 8. März, sondern jeden 8. jedes Monats nutzen, um uns regelmäßig auszutauschen, weiter zu vernetzen, zu organisieren und kollektiv zu verweigern: Jeden Monat 8. März!
Wir, FLTI* s, haben das Potenzial, den revolutionären Umbruch anzustoßen. Wir sind Teil der internationalen feministischen Bewegung und wir schreiben Geschichte.

Stuhlstreik in Darmstadt - 5 vor 12 Uhr #ichstreike8M

3. März 2019 - 16:58
* Stuhlstreik - 5 vor 12 Uhr #ichstreike8M *
08.03. | 5 vor 12 | Luisenplatz

Der bundesweite Frauen* und Queer Streik ruft um 5 vor 12 Uhr dazu auf,
sich mit einem Stuhl in den öffentlichen Raum zu setzen. In Darmstadt
beteiligen wir uns daran: Wir treffen uns am Luisenplatz.
Die Aktion kann aber auch dezentral stattfinden z.B. vor dem
Arbeitsplatz, vor der Haustür … - dann einfach ein Foto unter dem
#ichstreike8M posten oder an ichstreike8m@riseup.net senden.

Nachttanzdemo zum feministischen Kampftag: Fuck the sexist law!

3. März 2019 - 16:51
* Nachttanzdemo: Fuck the sexist law! *
08.03.│um 18 Uhr│Luisenplatz

Unser Feminismus ist ein Grund zu feiern – und zu kämpfen!

2019 legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Abschaffung der
sogenannten Abtreibungsparagrafen §§218 und 219 in Deutschland und
feministischen Zusammenschlüsse in Frauen*Streik-Bündnissen weltweit
gegen patriarchale Verhältnisse und die Neue Rechte.
Der ganze Aufruf und Zusammenfassungen in leichter Sprache, auf
spanisch, (türkisch und englisch) sind unten angehängt oder auf:

www.fb.com/femktdarmstadt

 

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Aufruf

Fuck the sexist law!

Für körperliche Selbstbestimmung auf die Straße: Feministischer Kampftag
am 8. März 2019 in Darmstadt

Unser Feminismus ist ein Grund zu feiern – und zu kämpfen!

Am 8. März wollen wir gemeinsam die Straßen fluten, um die Stärke und
die Existenz von Frauen, Lesben, inter*, nicht-binäre und trans*
Personen (FLINT) zu feiern und weiter für Gleichberechtigung zu kämpfen.
Dabei verbindet sich unser niemals ermüdender feministischer Kampf ganz
zwingend mit unseren Kämpfen gegen andere Diskriminierungen wie
Rassismus, Klassismus, Antisemitismus, Behindertenfeindlichkeit
(Ableism) oder Antiromaismus. Wir lassen uns nicht spalten, denn das
gute Leben ist für alle da!

Im Kampf gegen die Unterdrückung von FLINT haben wir und unsere
Mitstreiter*innen schon viel erreicht. Jüngste Errungenschaften in
Deutschland sind die "Ehe für Alle" (2017) und die Möglichkeit zum
Geschlechtseintrag "divers" im Geburtenregister (2018). Doch Gleichheit
vor dem Gesetz, seit 1918 das Frauenwahlrecht, der Zugang zu Bildung und
Beruf und die teilweise Selbstbestimmung über unsere Körper,
geschlechtliche Identität, unser Begehren und Lebensformen reichen noch
lange nicht aus zur tatsächlichen Gleichberechtigung. Die alle
emanzipatorischen Arschtritte überdauernde Gewalt gegen FLINT hat
verschiedene Gesichter. Wir spüren sie jeden Tag in Form von
Doppelbelastung durch Lohn- und unbezahlte Fürsorgearbeit (Erziehung,
Pflege, Haushalt etc. werden als sogenanntes „weibliches Naturell“
dargestellt), in Form von ungleicher Bezahlung, einem erhöhten Risiko
auf Erwerbslosigkeit, dem Absprechen unserer Geschlechtsidentität, durch
Sexualisierung und Objektivierung unserer Körper im alltäglichen
Sprachgebrauch und in der Werbung, in Schulbüchern und Medien, welche
die Grundlage für sexuellen Missbrauch derselben bilden. Wir spüren die
Gewalt, wenn unsere Intelligenz in Frage gestellt und unser
Emotionalität abgewertet wird, bei ärztlichen (z.B.
genitalverstümmelnden) Zugriffen auf unsere Körper, in hierarchischen
Beziehungen zu Partnern, Vätern und Brüdern - und wenn wir schlicht und
einfach nicht auftauchen. Wir wollen uns zeigen anstatt immer nur
„mitgemeint“ zu werden. Schwarze Menschen, People of Color, Menschen mit
Behinderung, trans*, nicht-binäre und inter* Personen und Homosexuelle
sind von dieser Unterrepräsentation in Bild und Ton besonders stark
betroffen.

Für körperliche Selbstbestimmung jenseits von Geschlechterkategorien

Wir werden nicht aufhören zu kämpfen für eine Gesellschaft, in der
jede*r sein kann was jede*r sein möchte. Die Unterteilung in „Männer“
und „Frauen“ nützt in unserer Gesellschaft ausschließlich der
patriarchalen (durch Machtgefälle zwischen den Geschlechtern) und
wirtschaftlichen (durch doppelte Ausbeutung der sogenannten Frauen)
Unterdrückung von FLINT.

An den Kopf fassen wir uns auch regelmäßig, wenn wir einen Blick ins
deutsche Strafgesetzbuch werfen: Noch immer stellt der
Schwangerschaftsabbruch laut §218 eine Straftat dar, wenn auc unter
bestimmten Umständen von Strafverfolgung abgesehen wird. Obwohl eine
Schwangerschaft nur den Körper der schwangeren Person betrifft und auch
die Erziehung und Pflege der Kinder noch immer keine gesellschaftlich
geteilte Angelegenheit ist, dürfen Schwangere nicht selbst über ihre
Körper bestimmen. Ärzt*innen ist es überdies laut § 219a StGB nicht
erlaubt, über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren. Das hat nichts
mit Freiheit und alles mit Unterrückung zu tun. Weg mit § 218 und §219a
StGB!

Wir sind viele.

Wir fungieren als Sprachrohr und Repräsentationsort für FLINT, denen
durch Mehrfachdiskriminierungen das Leben noch schwerer gemacht wird.
Ungleichbehandlung und Ausbeutung im Kapitalismus, Benachteiligung auf
dem Wohnungsmarkt, politische Vertreibung und Flucht, sowie häusliche
Gewalt treffen diese besonders hart und brauchen Solidarität.
Gleichzeitig wenden wir uns gegen die rassistische Instrumentalisierung
von sexualisierter Gewalt, in der die Ausübung derselben immer wieder
vorallem Geflüchteten und anderen von Rassismus betroffenen Menschen
zugeschrieben wird. Dies verzerrt die Realität und lenkt gefährlich von
den statistischen Erkenntnissen über sexualisierte und häusliche Gewalt
durch weiße  Männern ab.

Dieser Feminismus ist für alle da!

Es liegt noch ein weiter Weg vor uns, doch an seinem Ende steht das gute
Leben – für alle. Das heißt unser feministischer Kampf wird nicht nur
von denen geführt, gegen deren Ungleichbehandlung er sich stark macht,
sondern auch von allen anderen, die ein gerechte Welt frei von
Hierarchien und neoliberaler Verwertungslogik wollen. Feminismus
bedeutet für eine Gesellschaft zu kämpfen, in der wir nicht miteinander
konkurrieren müssen um zu überleben. Deshalb kann eine feministische
Utopie auch nur Wirklichkeit werden, wenn der Kapitalismus sein Ende findet.

Derzeit können wir auf den Straßen und in den Parlamenten rund um den
Globus den Rechtsruck verfolgen. Menschenfeindliches Gedankengut ist
längst nicht mehr tabuisiert, Feuer wird an Geflüchtetenunterkünfte
gelegt und der Diskurs um Zukunft, Demokratie und Grenzen (Landesgrenzen
und Grenzen des Sagbaren) zunehmend hetzerisch geführt. Wer vorher schon
von Diskriminierung betroffen war, ist in diesen Tagen noch größerer
Gefahr ausgesetzt in den eigenen Rechten beschnitten und misshandelt zu
werden. Der weltweite reaktionäre Backlash ist ein Gefahr für die
emanzipierte Gesellschaft und unsere Freiheit. Deshalb formieren sich
global und bundesweit Frauenstreikbündnisse und intenationale
Solidarität. So sind wir immer auch in Gedanken bei unseren mutigen
Freund*innen in Kurdistan: Jin, Jiyan, Azadi!

Informationen und Unterstützung für Rojava/Kurdistan: ------

Informationen zum bundesweiten Feministischen/Frauen-Streik:
www.frauenstreik.org

*** Aufruf in leichter Sprache ***

Wir wollen ein Fest feiern.
Das hat einen Grund.
Der Grund heißt Feminismus.
Feminismus ist ein schweres Wort.
Wir erklären dir dieses Wort.
Frauen werden anders behandelt als Männer.
Sie dürfen unterschiedliche Dinge tun.
Das finden wir falsch.
Alle Menschen sollen das gleiche dürfen.

Am 8. März ist der Frauentag auf der Welt.
Wir wollen diesen Tag zusammen feiern.
Es gibt ganz unterschiedliche Menschen.
Jeder Mensch mag andere Dinge.
Manche Frauen lieben eine Frau.
Manche Männer lieben einen Mann.
Manche Frauen Menschen sind keine Frau.
Und kein Mann.

Menschen sind ungerecht zu anderen Menschen.
Das hat viele Gründe.
Weil Menschen aus einem anderen Land kommen.
Oder weil sie anders aussehen.
Oder weil sie andere Sachen machen.
Oder weil sie weniger Geld haben.

Manche Menschen werden wegen mehreren dieser Dinge schlecht behandelt.
Diese Unterscheidung von Menschen ist ungerecht!

Deshalb wollen wir am 8. März demonstrieren.
Demonstrieren ist ein schweres Wort.
Einfacher ist „zusammen auf der Straße treffen.“
Dort sagen wir unsere Meinung.
Jeder Mensch soll gleich behandelt werden.
Das dauert aber noch lange.
Die Regeln in unserem Land müssen wir verändern.
Viele Frauen bekommen Kinder.
Obwohl sie das garnicht wollen.
Die Regeln zwingen sie aber dazu.
Manche Frauen holen sich Hilfe von einem Arzt.
Der Arzt darf ihnen aber nicht helfen.

Manche Menschen kommen anderen Menschen sehr nah.
Obwohl sie das nicht wollen.
Ein schweres Wort dafür ist: sexuelle Gewalt.
Manche Menschen werden bestraft.
Nur weil sie anders sind.
Obwohl sie nichts falsch machen.

Wir wollen ein gutes Leben für alle Menschen.
Alle sollen genug Geld haben.
Alle sollen für einander da sein.
Alle sollen gemeinsam Leben.

Dafür müssen wir arbeiten.
Wir haben einen gemeinsamen Spruch.
Jin, Jiyan, Azadi!
Das ist eine andere Sprache.
Das ist Kurdisch.
Und bedeutet Frauen Leben Freiheit.

*** Español ***

¡Nuestro Feminismo es razón para festejar y para luchar!

El 8 de marzo queremos salir a la calle para celebrar la existencia de
mujeres, lesbianas, personas inter*, no binarias y trans* y seguir
luchando por la igualdad de género. Nuestra infatigable lucha feminista
va ligada de manera inseparable, con nuestras demás luchas en contra de
otras formas de discriminación como el racismo, el clasismo, el
antisemitismo, el antirromanismo y la discriminación de personas con
capacidades diferentes.
En medio de esta lucha contra la represión, nosotrxs y todo el
movimiento feminista hemos ya logrado mucho…

Sin embargo los logros a nivel privado, laboral, corporal, psicológico y
estatal no son para nada suficientes: la violencia en contra de mujeres,
lesbianas, personas inter*, no binarias y trans* continúa a pesar de
todos los logros emancipatorios y se evidencia de diferentes maneras. De
nosotrxs aún se exige el encajarnos en un solo rol de género, con todas
las represiones que resultan de ello. Según el § 218 del código penal
alemán la interrupción del embarazo sigue siendo un delito. Según el §
219a, médicxs tienen aún prohibido ofrecer información sobre el aborto.
También queremos dirigir nuestra atención en contra de todo tipo de
discriminaciones múltiples y así mismo queremos fungir como portavoces
para todas las personas afectadas. Nos declaramos en contra de la
instrumentalización racista sobre violencia sexual que adjudica el
ejercicio de la misma una y otra vez a personas refugiadas y otras
víctimas del racismo.

Tenemos un largo camino por delante. ¡Sin embargo sabemos también que al
final nos espera la buena vida para todxs!
Feminismo significa luchar por una sociedad en la cual no haya que
combatir entre nosotrxs para sobrevivir. Por lo mismo una utopía
feminista puede solo hacerse realidad cuando hayamos superado el
capitalismo.

El giro mundial a la derecha significa un peligro para la sociedad
emancipada y para nuestra libertad. En su contra, a nivel global y en
todo el territorio federal alemán, se están formando organizaciones
feministas de protesta y solidaridad internacional. En este sentido y
para terminar nos declaramos siempre solidarias con nuestrxs compañerxs
valientes del Kurdistán: ¡Jin, Jiyan, Azadi!

*** English ***

Our feminism makes us celebrate – and fight!
On March 8th we want to march in the streets together in order to
celebrate the strength and existence of women, inter*, non-binary and
trans*-people (FLINT). We also want to keep fighting for equal rights
for all genders. Our never-ceasing feminist fight is intertwined with
our fight against racism, classism, antisemitism, ableism, antiromaism
and other forms of discrimination.
In the battle against oppression our feminist cofighters have already
succeeded in many ways. Yet the accomplishments concerning private,
job-related, physical, public and federal matters are not enough:
Violence against FLINT has outlived all emancipatory kicking-ass and
shows in many different varieties. Still, FLINT are asked to comply to
gender norms and accept the oppression resulting from them. Still,
abortion is considered a felony under §218 and doctors are not allowed
to inform clients about abortion because of §219a StGB.
We also want to focus on amplifiying the voices of those who face
multiple forms of discrimination. We stand firmly against racist
intrumentalization of sexualized violence. Not only Refugees and PoC are
perpretrators of sexual violence.
We still some way to go, but in the end, we want the good life – for all!
Feminism means fighting for a society, in which we don’t have to compete
to succeed. Feminist utopia can only be realized when capitalism comes
to an end. The reactionary backlash worldwide is a threat to an
emancipated society and to our freedom. Globally and nationally, womens*
strike alliances are forming to stand against this backlash. In
international solidarity we stand with our friends from Kurdistan: Jin,
Jiyan, Azadi!

Hinaus zum feministischen Kampftag. Wenn wir streiken steht die Welt still.

3. März 2019 - 16:43
Aktionen, Veranstaltungen und Demonstrationen um den 8.März in Darmstadt Mobi-Video zum Frauen*- und Queerstreik 2019 in Darmstadt

Her mit dem schönen Leben für Alle!
Fuck the sexist law!

Der feministische Lieblingsmonat steht vor der Tür und das 8.März-Bündnis Eures Vertrauens hat mit dem Frauen* und QueerStreik Darmstadt für Euch wieder ein fem*tastisches Programm auf die Beine gestellt. Nicht vergessen: am 8. März ist internationaler feministischer* Kampftag und Frauen* und Queer-Streik! Wir sehen uns auf der Straße.


* Übelst feministischer Kneipenabend *
06.03.│ab 21 Uhr│Oetinger Villa

Informieren, austauschen und kreativ werden bei nicer (nicht nur
Trash-)Mukke und lecker Drinks. Farben und Schablonen besorgen wir,
Shirts/ Beutel/ etc. bringt ihr mit. Und am besten gleich noch eure
Freund*innen.

https://www.facebook.com/events/457719724766665/


* Stuhlstreik - 5 vor 12 Uhr #ichstreike8M *
08.03. | 5 vor 12 | Luisenplatz

Der bundesweite Frauen* und Queer Streik ruft um 5 vor 12 Uhr dazu auf,
sich mit einem Stuhl in den öffentlichen Raum zu setzen. In Darmstadt
beteiligen wir uns daran: Wir treffen uns am Luisenplatz.
Die Aktion kann aber auch dezentral stattfinden z.B. vor dem
Arbeitsplatz, vor der Haustür … - dann einfach ein Foto unter dem
#ichstreike8M posten oder an ichstreike8m@riseup.net senden.


* Nachttanzdemo: Fuck the sexist law! *
08.03.│um 18 Uhr│Luisenplatz

Unser Feminismus ist ein Grund zu feiern – und zu kämpfen!
2019 legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Abschaffung der
sogenannten Abtreibungsparagrafen §§218 und 219 in Deutschland und
feministischen Zusammenschlüsse in Frauen*Streik-Bündnissen weltweit
gegen patriarchale Verhältnisse und die Neue Rechte.
Der ganze Aufruf und Zusammenfassungen in leichter Sprache, auf
spanisch, (türkisch und englisch) sind unten angehängt oder auf:

www.fb.com/femktdarmstadt


* Fahrradworkshop für Frauen, nicht binär und inter *
09.03.│11 bis 13 Uhr│Selbsthilfewerkstatt zwanzig°, Karolinenplatz 5

Thema Kettenschaltung, Bremsen und Flicken

https://www.facebook.com/events/2218964768165566/


* Vortrag von Veronika Kracher *
„Auf der Fury Road in den Feminismus – Postapokalyptische Filme als
männliches Narrativ?“

20.03.│von 19 bis 21 Uhr│Cafe Glaskasten, Haardring 100

Die Journalistin Veronika Kracher analysiert in ihrem Vortrag, inwieweit
und warum der postapokalyptische Film sich sowohl visuell als auch
narrativ als männliches Genre etabliert hat, was die ideologischen
Hintergründe dieser Faszination mit dem Ende der Zivilisation sind und
inwieweit langsam damit gebrochen wird.

https://www.facebook.com/events/338820093399418/


* und darüber hinaus *
02.04.2019 | 19 Uhr | GEW Darmstadt, Gagernstr. 8

Der Frauen* und QueerStreik trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat.
Komm vorbei, mach mit!

Kontakt: fstreik-da@riseup.net


******

Aufruf

Fuck the sexist law!

Für körperliche Selbstbestimmung auf die Straße: Feministischer Kampftag
am 8. März 2019 in Darmstadt


Unser Feminismus ist ein Grund zu feiern – und zu kämpfen!

Am 8. März wollen wir gemeinsam die Straßen fluten, um die Stärke und
die Existenz von Frauen, Lesben, inter*, nicht-binäre und trans*
Personen (FLINT) zu feiern und weiter für Gleichberechtigung zu kämpfen.
Dabei verbindet sich unser niemals ermüdender feministischer Kampf ganz
zwingend mit unseren Kämpfen gegen andere Diskriminierungen wie
Rassismus, Klassismus, Antisemitismus, Behindertenfeindlichkeit
(Ableism) oder Antiromaismus. Wir lassen uns nicht spalten, denn das
gute Leben ist für alle da!

Im Kampf gegen die Unterdrückung von FLINT haben wir und unsere
Mitstreiter*innen schon viel erreicht. Jüngste Errungenschaften in
Deutschland sind die "Ehe für Alle" (2017) und die Möglichkeit zum
Geschlechtseintrag "divers" im Geburtenregister (2018). Doch Gleichheit
vor dem Gesetz, seit 1918 das Frauenwahlrecht, der Zugang zu Bildung und
Beruf und die teilweise Selbstbestimmung über unsere Körper,
geschlechtliche Identität, unser Begehren und Lebensformen reichen noch
lange nicht aus zur tatsächlichen Gleichberechtigung. Die alle
emanzipatorischen Arschtritte überdauernde Gewalt gegen FLINT hat
verschiedene Gesichter. Wir spüren sie jeden Tag in Form von
Doppelbelastung durch Lohn- und unbezahlte Fürsorgearbeit (Erziehung,
Pflege, Haushalt etc. werden als sogenanntes „weibliches Naturell“
dargestellt), in Form von ungleicher Bezahlung, einem erhöhten Risiko
auf Erwerbslosigkeit, dem Absprechen unserer Geschlechtsidentität, durch
Sexualisierung und Objektivierung unserer Körper im alltäglichen
Sprachgebrauch und in der Werbung, in Schulbüchern und Medien, welche
die Grundlage für sexuellen Missbrauch derselben bilden. Wir spüren die
Gewalt, wenn unsere Intelligenz in Frage gestellt und unser
Emotionalität abgewertet wird, bei ärztlichen (z.B.
genitalverstümmelnden) Zugriffen auf unsere Körper, in hierarchischen
Beziehungen zu Partnern, Vätern und Brüdern - und wenn wir schlicht und
einfach nicht auftauchen. Wir wollen uns zeigen anstatt immer nur
„mitgemeint“ zu werden. Schwarze Menschen, People of Color, Menschen mit
Behinderung, trans*, nicht-binäre und inter* Personen und Homosexuelle
sind von dieser Unterrepräsentation in Bild und Ton besonders stark
betroffen.

Für körperliche Selbstbestimmung jenseits von Geschlechterkategorien

Wir werden nicht aufhören zu kämpfen für eine Gesellschaft, in der
jede*r sein kann was jede*r sein möchte. Die Unterteilung in „Männer“
und „Frauen“ nützt in unserer Gesellschaft ausschließlich der
patriarchalen (durch Machtgefälle zwischen den Geschlechtern) und
wirtschaftlichen (durch doppelte Ausbeutung der sogenannten Frauen)
Unterdrückung von FLINT.

An den Kopf fassen wir uns auch regelmäßig, wenn wir einen Blick ins
deutsche Strafgesetzbuch werfen: Noch immer stellt der
Schwangerschaftsabbruch laut §218 eine Straftat dar, wenn auc unter
bestimmten Umständen von Strafverfolgung abgesehen wird. Obwohl eine
Schwangerschaft nur den Körper der schwangeren Person betrifft und auch
die Erziehung und Pflege der Kinder noch immer keine gesellschaftlich
geteilte Angelegenheit ist, dürfen Schwangere nicht selbst über ihre
Körper bestimmen. Ärzt*innen ist es überdies laut § 219a StGB nicht
erlaubt, über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren. Das hat nichts
mit Freiheit und alles mit Unterrückung zu tun. Weg mit § 218 und §219a
StGB!

Wir sind viele.

Wir fungieren als Sprachrohr und Repräsentationsort für FLINT, denen
durch Mehrfachdiskriminierungen das Leben noch schwerer gemacht wird.
Ungleichbehandlung und Ausbeutung im Kapitalismus, Benachteiligung auf
dem Wohnungsmarkt, politische Vertreibung und Flucht, sowie häusliche
Gewalt treffen diese besonders hart und brauchen Solidarität.
Gleichzeitig wenden wir uns gegen die rassistische Instrumentalisierung
von sexualisierter Gewalt, in der die Ausübung derselben immer wieder
vorallem Geflüchteten und anderen von Rassismus betroffenen Menschen
zugeschrieben wird. Dies verzerrt die Realität und lenkt gefährlich von
den statistischen Erkenntnissen über sexualisierte und häusliche Gewalt
durch weiße  Männern ab.

Dieser Feminismus ist für alle da!

Es liegt noch ein weiter Weg vor uns, doch an seinem Ende steht das gute
Leben – für alle. Das heißt unser feministischer Kampf wird nicht nur
von denen geführt, gegen deren Ungleichbehandlung er sich stark macht,
sondern auch von allen anderen, die ein gerechte Welt frei von
Hierarchien und neoliberaler Verwertungslogik wollen. Feminismus
bedeutet für eine Gesellschaft zu kämpfen, in der wir nicht miteinander
konkurrieren müssen um zu überleben. Deshalb kann eine feministische
Utopie auch nur Wirklichkeit werden, wenn der Kapitalismus sein Ende findet.

Derzeit können wir auf den Straßen und in den Parlamenten rund um den
Globus den Rechtsruck verfolgen. Menschenfeindliches Gedankengut ist
längst nicht mehr tabuisiert, Feuer wird an Geflüchtetenunterkünfte
gelegt und der Diskurs um Zukunft, Demokratie und Grenzen (Landesgrenzen
und Grenzen des Sagbaren) zunehmend hetzerisch geführt. Wer vorher schon
von Diskriminierung betroffen war, ist in diesen Tagen noch größerer
Gefahr ausgesetzt in den eigenen Rechten beschnitten und misshandelt zu
werden. Der weltweite reaktionäre Backlash ist ein Gefahr für die
emanzipierte Gesellschaft und unsere Freiheit. Deshalb formieren sich
global und bundesweit Frauenstreikbündnisse und intenationale
Solidarität. So sind wir immer auch in Gedanken bei unseren mutigen
Freund*innen in Kurdistan: Jin, Jiyan, Azadi!

Informationen und Unterstützung für Rojava/Kurdistan: ------

Informationen zum bundesweiten Feministischen/Frauen-Streik:
www.frauenstreik.org

*** Aufruf in leichter Sprache ***

Wir wollen ein Fest feiern.
Das hat einen Grund.
Der Grund heißt Feminismus.
Feminismus ist ein schweres Wort.
Wir erklären dir dieses Wort.
Frauen werden anders behandelt als Männer.
Sie dürfen unterschiedliche Dinge tun.
Das finden wir falsch.
Alle Menschen sollen das gleiche dürfen.

Am 8. März ist der Frauentag auf der Welt.
Wir wollen diesen Tag zusammen feiern.
Es gibt ganz unterschiedliche Menschen.
Jeder Mensch mag andere Dinge.
Manche Frauen lieben eine Frau.
Manche Männer lieben einen Mann.
Manche Frauen Menschen sind keine Frau.
Und kein Mann.

Menschen sind ungerecht zu anderen Menschen.
Das hat viele Gründe.
Weil Menschen aus einem anderen Land kommen.
Oder weil sie anders aussehen.
Oder weil sie andere Sachen machen.
Oder weil sie weniger Geld haben.

Manche Menschen werden wegen mehreren dieser Dinge schlecht behandelt.
Diese Unterscheidung von Menschen ist ungerecht!

Deshalb wollen wir am 8. März demonstrieren.
Demonstrieren ist ein schweres Wort.
Einfacher ist „zusammen auf der Straße treffen.“
Dort sagen wir unsere Meinung.
Jeder Mensch soll gleich behandelt werden.
Das dauert aber noch lange.
Die Regeln in unserem Land müssen wir verändern.
Viele Frauen bekommen Kinder.
Obwohl sie das garnicht wollen.
Die Regeln zwingen sie aber dazu.
Manche Frauen holen sich Hilfe von einem Arzt.
Der Arzt darf ihnen aber nicht helfen.

Manche Menschen kommen anderen Menschen sehr nah.
Obwohl sie das nicht wollen.
Ein schweres Wort dafür ist: sexuelle Gewalt.
Manche Menschen werden bestraft.
Nur weil sie anders sind.
Obwohl sie nichts falsch machen.

Wir wollen ein gutes Leben für alle Menschen.
Alle sollen genug Geld haben.
Alle sollen für einander da sein.
Alle sollen gemeinsam Leben.

Dafür müssen wir arbeiten.
Wir haben einen gemeinsamen Spruch.
Jin, Jiyan, Azadi!
Das ist eine andere Sprache.
Das ist Kurdisch.
Und bedeutet Frauen Leben Freiheit.

*** Español ***

¡Nuestro Feminismo es razón para festejar y para luchar!

El 8 de marzo queremos salir a la calle para celebrar la existencia de
mujeres, lesbianas, personas inter*, no binarias y trans* y seguir
luchando por la igualdad de género. Nuestra infatigable lucha feminista
va ligada de manera inseparable, con nuestras demás luchas en contra de
otras formas de discriminación como el racismo, el clasismo, el
antisemitismo, el antirromanismo y la discriminación de personas con
capacidades diferentes.
En medio de esta lucha contra la represión, nosotrxs y todo el
movimiento feminista hemos ya logrado mucho…

Sin embargo los logros a nivel privado, laboral, corporal, psicológico y
estatal no son para nada suficientes: la violencia en contra de mujeres,
lesbianas, personas inter*, no binarias y trans* continúa a pesar de
todos los logros emancipatorios y se evidencia de diferentes maneras. De
nosotrxs aún se exige el encajarnos en un solo rol de género, con todas
las represiones que resultan de ello. Según el § 218 del código penal
alemán la interrupción del embarazo sigue siendo un delito. Según el §
219a, médicxs tienen aún prohibido ofrecer información sobre el aborto.
También queremos dirigir nuestra atención en contra de todo tipo de
discriminaciones múltiples y así mismo queremos fungir como portavoces
para todas las personas afectadas. Nos declaramos en contra de la
instrumentalización racista sobre violencia sexual que adjudica el
ejercicio de la misma una y otra vez a personas refugiadas y otras
víctimas del racismo.

Tenemos un largo camino por delante. ¡Sin embargo sabemos también que al
final nos espera la buena vida para todxs!
Feminismo significa luchar por una sociedad en la cual no haya que
combatir entre nosotrxs para sobrevivir. Por lo mismo una utopía
feminista puede solo hacerse realidad cuando hayamos superado el
capitalismo.

El giro mundial a la derecha significa un peligro para la sociedad
emancipada y para nuestra libertad. En su contra, a nivel global y en
todo el territorio federal alemán, se están formando organizaciones
feministas de protesta y solidaridad internacional. En este sentido y
para terminar nos declaramos siempre solidarias con nuestrxs compañerxs
valientes del Kurdistán: ¡Jin, Jiyan, Azadi!

*** English ***

Our feminism makes us celebrate – and fight!
On March 8th we want to march in the streets together in order to
celebrate the strength and existence of women, inter*, non-binary and
trans*-people (FLINT). We also want to keep fighting for equal rights
for all genders. Our never-ceasing feminist fight is intertwined with
our fight against racism, classism, antisemitism, ableism, antiromaism
and other forms of discrimination.
In the battle against oppression our feminist cofighters have already
succeeded in many ways. Yet the accomplishments concerning private,
job-related, physical, public and federal matters are not enough:
Violence against FLINT has outlived all emancipatory kicking-ass and
shows in many different varieties. Still, FLINT are asked to comply to
gender norms and accept the oppression resulting from them. Still,
abortion is considered a felony under §218 and doctors are not allowed
to inform clients about abortion because of §219a StGB.
We also want to focus on amplifiying the voices of those who face
multiple forms of discrimination. We stand firmly against racist
intrumentalization of sexualized violence. Not only Refugees and PoC are
perpretrators of sexual violence.
We still some way to go, but in the end, we want the good life – for all!
Feminism means fighting for a society, in which we don’t have to compete
to succeed. Feminist utopia can only be realized when capitalism comes
to an end. The reactionary backlash worldwide is a threat to an
emancipated society and to our freedom. Globally and nationally, womens*
strike alliances are forming to stand against this backlash. In
international solidarity we stand with our friends from Kurdistan: Jin,
Jiyan, Azadi!

8. März - Frauen*kampftag in Hamburg

3. März 2019 - 15:30
Hamburger Bündnis zum 8. März Streik ab 10:00h Feministisches Frühstück im Centro Sociale, zu dem alle FLTI* herzlich eingeladen sind
ab 12:00h gehen wir gemeinsam zum Rathausmarkt, dort  bis 17:30 Dauerkundgebung mit coolen Aktionen & Musik. (all gender)
ab 17:30 h startet von dort die FLTI*-Demo, zu der wir mit aufrufen
https://www.facebook.com/events/730863373966886/

Den Hamburger Aufuf zum INTERNATIONALEN 8. MÄRZ STREIK findet ihr hier:
https://www.facebook.com/pg/FStreikHamburg/photos/?tab=album&album_id=560386307766955

WHO CARES?
Pflege-Demonstration im Rahmen des 8. März

Schon um 17 h beginnt am AK St. Georg, Lohmühlenstr. 5  die Demo "WHO CARES?" des Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus.
Diese all-gender-Demo wird sich auf Höhe Lombardsbrücke der FLTI*-Demo anschließen.

http://pflegenotstand-hamburg.de

8. März - Frauen*kampftag in Hamburg

3. März 2019 - 15:21

ab 10:00h Feministisches Frühstück im Centro Sociale, zu dem alle FLTI* herzlich eingeladen sind
ab 12:00h gehen wir gemeinsam zum Rathausmarkt, dort  bis 17:30 Dauerkundgebung mit coolen Aktionen & Musik. (all gender)
ab 17:30 h startet von dort die FLTI*-Demo, zu der wir mit aufrufen
https://www.facebook.com/events/730863373966886/

Den Hamburger Aufuf zum INTERNATIONALEN 8. MÄRZ STREIK findet ihr hier:
https://www.facebook.com/pg/FStreikHamburg/photos/?tab=album&album_id=560386307766955

Schon um 17 h beginnt am AK St. Georg, Lohmühlenstr. 5  die Demo "WHO CARES?" des Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus.
Diese all-gender-Demo wird sich auf Höhe Lombardsbrücke der FLTI*-Demo anschließen.

http://pflegenotstand-hamburg.de

Rheinmetall Entwaffnen - zur Aktionärsversammlung des Rüstungskonzerns

3. März 2019 - 8:58

Am Dienstag 28. Mai findet die Rheinmetall-Aktionärsversammlung in Berlin im Maritim-Hotel, Stauffenbergstraße 26, statt. An diesem Tag wird es ab 9 Uhr auf der Straße südlich des Tiergartens Proteste geben. Deshalb: haltet euch den Termin frei.

Mehr Infos folgen in Kürze.

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