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Aktualisiert: vor 34 Minuten 42 Sekunden

12. Mai - Tag des Pflegenotstands

9. Mai 2020 - 14:49
Am 12. Mai ist der internationale Tag der Pflegenden, an dem in den vergangenen Jahren der Protest für bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheitsbereich auf die Straße getragen wurde. Wir als Gesundheits-AG der IL Berlin unterstützen die beruflich und privat pflegenden Menschen mit all ihren Forderungen und verlangen:

 

    Wer von Held*innen des Alltags in der Corona Krise spricht, sollte von der unsichtbaren Sorgearbeit von Frauen* in einer Care Krise nicht schweigen.

    #Gesundheitsgerechtigkeit # Health4all

In der aktuellen Corona-Krise zeigt sich, auf welche Arbeit eine Gesellschaft nicht so einfach verzichten kann. Dass die Menschen in diesen #systemrelevanten Berufen schon seit langem unter Lohnbeschneidungen leiden und paradoxerweise im Durchschnitt weniger verdienen, hat mittlerweile auch seine Runde gemacht, genauso das Wissen über die Missstände in der Krankenhauspflege.

Der Verband der häuslichen Betreuung und Pflege schätzt, dass in Deutschland 2020 rund 4,3 Millionen Pflegebedürftge leben. Von diesen werden etwa drei Viertel – rund 3 Million Personen – zu Hause gepflegt, ob durch ambulante Pflegedienste, pflegende Angehörige oder 24-Stunden-Pflegekräfte. Je prekärer und unsichtbarer diese Pflegearbeit ist, desto mehr Frauen* führen sie aus. So ist z.B. der Anteil von Männern* in der Kranken- und Intensivpflege im Krankenhaus deutlich gewachsen, während man unter den meist illegalisierten 24-Stunden Pflegekräften eher vergebens einen Mann* sucht. Diese hundertausenden Frauen*, die meist aus Osteuropa für mehrere Wochen in deutsche Haushalte kommen, kümmern sich rund um die Uhr um Pflegebedürftige und sind daher eine zentrale Säule der Versorgung. Dementsprechend ist der Ruf nach ihnen auch in der Corona-Zeit groß. Die Pflege im Privaten, ob durch Angehörige oder einen 24-Stunden-Dienst, erscheint als die einzige Möglichkeit, die Versorgung aufrecht zu erhalten, wenn volle Pflegeheime und ambulante Dienste, die zwischen den Wohnungen pendeln, eine tödliche Gefahr darstellen.

Diese Pflegetätigkeit wird jedoch nicht als systemrelevante Arbeit beklatscht. Anstatt sie als eine Tätigkeit zu begreifen, von der unsere Gesellschaft grundlegend abhängt und ohne die das Gesundheitssystem gänzlich zusammenbrechen würde, wird sie als weibliche Liebestätigkeit und wertlose Nicht-Arbeit ausgeblendet. Frauen* wird die Fürsorge und Pflege als in ihrem Wesen verankerte Bestimmung zugeordnet und ihre unsichtbare und unbezahlte Sorgearbeit als Selbstverständlichkeit angesehen. Die Bedeutung der meist pflegenden Angehörigen, die häufig selbst über 60 Jahre alt und gesundheitlich vorbelastet sind, ist in der Corona Krise größer denn je. Die Frauen* in den Familien sind einer der größten Pflegedienste und werden mit politischem Desinteresse bestraft.

Diejenigen, die ihre Angehörigen nicht selber versorgen können, beschäftigen wiederum ärmere und entrechtete Frauen*, oft Migrant*innen, in ungeschützten Verhältnissen in Privathaushalten. Für sie soll die Ausgangsbeschränkung nicht gelten, stattdessen sollen sie trotz illegaler Beschäftigung manchmal tagelange Reisen nach Deutschland auf sich nehmen. Die Corona Krise ist eine Care Krise und ihre Held*innen sind Frauen* deren Arbeit im Privaten verborgen bleibt. Während sie oft selbstverständlich erwartet wird, sollte die Gesellschaft ihnen einen systemrelevanten Lohn dafür zahlen.

Deshalb unterstützen wir die Forderungen der Pfleger*innen nach
  •     ausreichend Gesundheitsschutz
  •     angemessener Bezahlung und legal Beschäftigungsverhältnissen
  •     einer verbindlichen Personalbemessung am Bedarf
  •     einer kostendeckende Finanzierung des Gesundheitssystems ohne Profite
  •     einem gleichen und unbürokratischer Zugang für alle
  •     einer Pflege-Vollversicherung und
  •     einem Gesundheitssystem unter demokratischer Kontrolle
und ihre Protestaktionen am 12. Mai. Mehr Infos dazu findet ihr hier:  https://www.mehr-krankenhauspersonal.de/1

12. Mai - Tag des Pflegenotstands

9. Mai 2020 - 14:43
Am 12. Mai ist der internationale Tag der Pflegenden, an dem in den vergangenen Jahren der Protest für bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheitsbereich auf die Straße getragen wurde. Wir als Gesundheits-AG der IL Berlin unterstützen die beruflich und privat pflegenden Menschen mit all ihren Forderungen und verlangen:

 

    Wer von Held*innen des Alltags in der Corona Krise spricht, sollte von der unsichtbaren Sorgearbeit von Frauen* in einer Care Krise nicht schweigen.

    #Gesundheitsgerechtigkeit # Health4all

In der aktuellen Corona-Krise zeigt sich, auf welche Arbeit eine Gesellschaft nicht so einfach verzichten kann. Dass die Menschen in diesen #systemrelevanten Berufen schon seit langem unter Lohnbeschneidungen leiden und paradoxerweise im Durchschnitt weniger verdienen, hat mittlerweile auch seine Runde gemacht, genauso das Wissen über die Missstände in der Krankenhauspflege.

Der Verband der häuslichen Betreuung und Pflege schätzt, dass in Deutschland 2020 rund 4,3 Millionen Pflegebedürftge leben. Von diesen werden etwa drei Viertel – rund 3 Million Personen – zu Hause gepflegt, ob durch ambulante Pflegedienste, pflegende Angehörige oder 24-Stunden-Pflegekräfte. Je prekärer und unsichtbarer diese Pflegearbeit ist, desto mehr Frauen* führen sie aus. So ist z.B. der Anteil von Männern* in der Kranken- und Intensivpflege im Krankenhaus deutlich gewachsen, während man unter den meist illegalisierten 24-Stunden Pflegekräften eher vergebens einen Mann* sucht. Diese hundertausenden Frauen*, die meist aus Osteuropa für mehrere Wochen in deutsche Haushalte kommen, kümmern sich rund um die Uhr um Pflegebedürftige und sind daher eine zentrale Säule der Versorgung. Dementsprechend ist der Ruf nach ihnen auch in der Corona-Zeit groß. Die Pflege im Privaten, ob durch Angehörige oder einen 24-Stunden-Dienst, erscheint als die einzige Möglichkeit, die Versorgung aufrecht zu erhalten, wenn volle Pflegeheime und ambulante Dienste, die zwischen den Wohnungen pendeln, eine tödliche Gefahr darstellen.

Diese Pflegetätigkeit wird jedoch nicht als systemrelevante Arbeit beklatscht. Anstatt sie als eine Tätigkeit zu begreifen, von der unsere Gesellschaft grundlegend abhängt und ohne die das Gesundheitssystem gänzlich zusammenbrechen würde, wird sie als weibliche Liebestätigkeit und wertlose Nicht-Arbeit ausgeblendet. Frauen* wird die Fürsorge und Pflege als in ihrem Wesen verankerte Bestimmung zugeordnet und ihre unsichtbare und unbezahlte Sorgearbeit als Selbstverständlichkeit angesehen. Die Bedeutung der meist pflegenden Angehörigen, die häufig selbst über 60 Jahre alt und gesundheitlich vorbelastet sind, ist in der Corona Krise größer denn je. Die Frauen* in den Familien sind einer der größten Pflegedienste und werden mit politischem Desinteresse bestraft.

Diejenigen, die ihre Angehörigen nicht selber versorgen können, beschäftigen wiederum ärmere und entrechtete Frauen*, oft Migrant*innen, in ungeschützten Verhältnissen in Privathaushalten. Für sie soll die Ausgangsbeschränkung nicht gelten, stattdessen sollen sie trotz illegaler Beschäftigung manchmal tagelange Reisen nach Deutschland auf sich nehmen. Die Corona Krise ist eine Care Krise und ihre Held*innen sind Frauen* deren Arbeit im Privaten verborgen bleibt. Während sie oft selbstverständlich erwartet wird, sollte die Gesellschaft ihnen einen systemrelevanten Lohn dafür zahlen.

Deshalb unterstützen wir die Forderungen der Pfleger*innen nach
  •     ausreichend Gesundheitsschutz
  •     angemessener Bezahlung und legal Beschäftigungsverhältnissen
  •     einer verbindlichen Personalbemessung am Bedarf
  •     einer kostendeckende Finanzierung des Gesundheitssystems ohne Profite
  •     einem gleichen und unbürokratischer Zugang für alle
  •     einer Pflege-Vollversicherung und
  •     einem Gesundheitssystem unter demokratischer Kontrolle
und ihre Protestaktionen am 12. Mai, dem Tag der Pflegenden. Mehr Infos findet ihr unter:  https://www.mehr-krankenhauspersonal.de/1

12. Mai - Tag des Pflegenotstands

9. Mai 2020 - 14:11
Am 12. Mai ist der internationale Tag der Pflegenden, an dem in den vergangenen Jahren der Protest für bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheitsbereich auf die Straße getragen wurde. Wir als Gesundheits-AG der IL Berlin unterstützen die beruflich und privat pflegenden Menschen mit all ihren Forderungen und verlangen:

 

Wer von der Corona-Krise spricht,  sollte nicht zum Pflegenotstand schweigen

#Gesundheitsgerechtigkeit # Health4all

 

Wir haben es in der Corona-Krise mit der Konsequenz jahrelanger politischer Fehleinschätzungen und einem um jeden Preis kostenminimierenden und gewinnorientierten Regierungshandeln zu tun. Die Auswirkungen sind nicht nur deswegen so weitreichend, weil Covid-19 ein  tödlicher Virus ist, sondern weil das deutsche Gesundheitssystem nicht in der Lage wäre viele Menschen auf einmal zu versorgen. Dies liegt auch daran, dass Beatmungsgeräte und Schutzkleidung fehlen. Während diese jedoch produziert und Betten (auf Kosten anderer Patient*innen) freigehalten werden können, wird durch sie allein eine Patient*in nicht gesund – es fehlen die Pflegekräfte. Jens Spahn wird nicht müde, die vielen freien Intensivbetten zu preisen, aber Betten pflegen keine Menschen – Menschen pflegen Menschen.

Viele haben den Pflegeberuf eingetauscht, da man neben schlechter Bezahlung und krankmachender Erschöpfung, seinem Anspruch im Umgang mit den Patient*innen auf unterbesetzten Stationen im minutiös durchgetackteten Arbeitsalltag nicht gerecht werden kann. Es ist keine Neuigkeit, dass nicht zuletzt diese Bedingungen zum akuten Pflegenotstand in den Krankenhäusern geführt haben. Seit Jahren kämpfen Pflegekräfte u.a. für eine bedarfsgerechte Personalbemessung zum Schutz der Beschäftigten und Patient*innen. Diese Kämpfe waren auf keinen Fall erfolglos. Man ist mit Politiker*innen konfrontiert, die ausschließlich die Kosten im Blick haben. Somit ist jede Personaluntergrenze, jeder Euro mehr Bezahlung und Minute, in der man menschenwürdig auf Patient*innen eingehen kann, ein riesiger Erfolg. Dennoch sind wir immer noch so weit weg von einem bedarfsgerechten Gesundheitssystem.

Würden die Forderungen der Pflege ernst genommen und auf die Menschen gehört werden, die jeden Tag sehen, woran das System krankt, wäre die Corona-Krise in der wir nun leben, nicht die gleiche. Der Pflegenotstand und die dramatischen Folgen sind das Ergebnis einer Ökonomisierung des Gesundheitssystems. Nicht einmal jetzt, mit der Krise vor Augen, wird dieser bekämpft, sondern durch die Aussetzung der Personaluntergrenzen weiter befeuert. Gerade jetzt, aber auch in Zukunft, muss verhindert werden, dass aus ökonomischem Interesse heraus ein Pflegenotstand hergestellt und (aus)gehalten wird.

Deshalb unterstützen wir die Forderungen der Pfleger*innen nach

  • ausreichend Gesundheitsschutz
  • angemessener Bezahlung
  • einer verbindlichen Personalbemessung am Bedarf
  • einer kostendeckende Finanzierung des Gesundheitssystems ohne Profite
  • einem gleichen und unbürokratischer Zugang für alle
  • einer Pflege-Vollversicherung
  • einem Gesundheitssystem unter demokratischer Kontrolle

und beteiligen uns an den Protestaktionen am 12. Mai, dem Tag des Pflegenotstands. Mehr Infos zu den Aktionen in den verschiedenen Städten findet ihr hier:

--> Berlin: 12 Uhr Sprech-Chor:  https://www.mehr-krankenhauspersonal.de/1

--> Hamburg: 17 Uhr Kundgebungen und 19 Uhr Krachaktion: https://pflegenotstand-hamburg.de/

Entnazifizierung jetzt!

9. Mai 2020 - 13:59
Auch nach 75 Jahre: Faschismus und Rassismus bekämpfen! Mit der Befreiung vom Faschismus am 8. Mai 1945 wurde der NS-Staat militärisch besiegt. Rassismus, Antisemitismus und faschistisches Gedankengut lebten aber weiter. Heute marschieren Neonazis und Rassisten wieder auf den Straßen, werden Menschen im Alltag rassistisch beleidigt und körperlich angegriffen, die Hetze im Internet und in den Parlamenten nimmt zu und immer neue Nazistrukturen in den Sicherheitsbehörden kommen ans Tageslicht. Längst brennen wieder Flüchtlingsunterkünfte und es werden Menschen ermordet, die nicht in das faschistische Weltbild passen.

Nach den rassistischen Morden in Hanau im Februar 2020 wurde deswegen von Migrant*innen der 8. Mai zum Tag des Zorns erklärt und zum Generalstreik aufgerufen. Am „Tag der Befreiung“ wollen sie dem traditionellen antifaschistischen Gedenken eine migrantische und antirassistische Perspektive hinzufügen. Inzwischen haben viele antifaschistische und antirassistische Gruppen ähnliche Aufrufe gestartet*.

Auch für uns ist der 8. Mai mehr als ein historischer Gedenktag. Die Befreiung vom Faschismus bleibt unvollendet, solange wir nicht in einer Gesellschaft leben, in der alle Menschen die gleichen politischen und sozialen Rechte haben, in der es keine Diskriminierung, keine Abschiebungen und keine Grenzen mehr gibt.

Antifaschismus und Antirassismus gehören zusammen! Deswegen werden wir in Hamburg Tatorte des Rassismus und des migrantischen Widerstands markieren und sichtbar machen.

Entnazifizierung ist Handarbeit und Antifa muss man selber machen!

Yallah Migrantifa!

Organisiert:
Interventionistische Linke Hamburg + friends

#entnazifizierung #migrantifa #HanauWarKeinEinzelfall #SayTheirNames #hanauistüberall #TagderBefreiung #75Befreiunghh #8mai #niewieder #8maifeiertag

*Aufrufe zum 8. Mai 2020:

- Forderungen und Aufruf des Streikbündnis achter Mai: https://wirstreiken0805.wordpress.com/

- Aufruf vom bundesweiten Netzwerk We‘ll come united „75 Jahre sind nicht genug: Entnazifizierung jetzt!“: https://www.welcome-united.org/…/75-jahre-sind-nicht-genug…/

- Aktionsbündnis "Hanau ist überall" Hamburg: https://www.facebook.com/hanauistueberall/posts/110066047361333

- Online-Kampagne zum 75. Jahrestag der Befreiung vom Bündnis zum 8. Mai Hamburg: https://www.keine-stimme-den-nazis.org/…/Aufruf_Buendnis_8_…

Entnazifiert das 1. Revier Frankfurt!

9. Mai 2020 - 9:25
Aktion am 8. Mai 2020 Entnazifizierung 2.0 am 8. Mai 2020 vor 1. Polizeirevier Frankfurt

Am 8. Mai, dem #TagderBefreiung und der #Entnazifizierung stellen wir uns entschieden gegen die Faschist*innen im Polizeiapparat und gegen institutionellen Rassismus!
#8Mai #migrantifa #NieWiede
r

Der 8. Mai ist der Tag der Befreiung, der Tag der militärischen Niederlage des deutschen Faschismus! Doch trotz dieses Sieges der Allierten, der roten Armee, der Partisan*innen, der jüdischen Widerstandskämpfer*innen und aller Antifaschist*innen - trotz dieses Sieges sind die Nazis und ihre Ideologie nicht aus Deutschland verschwunden. Eine wirkliche umfangreiche Entnazifizierung und den fundamentalen Bruch mit den Wurzeln des Übels hat es nie gegeben und deshalb müssen wir heute am 8. Mai 2020 wohl eher von 75 Jahren Nazikontinuitäten sprechen. Der Faschismus wurde militärisch geschlagen, aber die Nazis und ihre Ideologie bestehen fort, sowohl in Gegnerschaft zu, wie auch als Teil der parlamentarischen Demokratie der Bundesrepublik Deutschland.

Wir sind heute hier, weil auch im Jahr 2020 noch immer Faschist*innen keine Einzelfälle in deutschen Behörden sind. Weil noch immer Rassismus, Nationalismus, Sozialchauvinismus und Antisemitismus in der Polizei, im Verfassungsschutz, in der Bundeswehr und auf den Ämter grassieren.

Nazis und andere Rechte sind leider keine isolierte Randgruppe in dieser Gesellschaft, es sind nicht nur junge Männer im Osten mit Springerstiefeln und Bomberjacken. Es sind Beamte, die deinen Antrag auf dem Amt ablehnen, weil ihnen dein Name nicht deutsch genug klingt. Es sind Polizist*innen, die dich am Bahnhof kontrollieren, weil du ihnen nicht weiß genug bist. Es sind Verfassungschützer*innen, die Informationen und Geld an ihre Nazi-Schützlinge liefern und sie vor Strafverfolgung bewahren. Es sind Richter*innen und Staatsanwält*innen, die wieder keinen politischen Hintergrund einer eindeutig rechtsmotivierten Straftaten erkennen können. Es sind Soldat*innen und Beamte, die das Gewaltmonopol vertreten, die bewaffnet sind und willens an einem von ihnen angestrebten Tag X diese Waffen für einen rechten Putsch zu gebrauchen.

Aber wenn dann wieder ein Fall bekannt wird, sprechen Verantwortliche von schwarzen Schafen und Einzeltäter*innen. Doch die Fälle in Medien, die Verstrickungen von Verfassungschutz und Polizei im NSU-Komplex, das Hannibal-Terror-Netzwerk, der Hutbürger, die rechten Chatgruppen von Polizist*innen, die Partys des KSK zu Nazimusik – das ist alles nur die sichtbare Spitze des Eisbergs und selbst hier wird nur verharmlost, vielleicht abgemahnt und versetzt. Damit muss Schluss sein! Was wir brauchen ist eine Entnazifierung 2.0 – doch dieses mal richtig: Nazis raus aus der Polizei und der Bundeswehr! Nazis raus aus den Behörden und Ämter! Nazis raus aus der Justiz! Nazis raus aus dem Verfassungsschutz und dann können wir ihn auch gleich auflösen!

Und deshalb stehen wir auch heute hier in Frankfurt vor dem 1. Revier! Hier sitzen die Polizist*innen, die Drohbriefe an die Anwältin Seda Basay-Yildiz verschickt haben und sich selbst als NSU 2.0 bezeichnen. Hier sitzen Polizist*innen, die mit ihrem Corpsgeist oder auch ihrer heimlichen Sympathie ihre Kamerad*innen schützen! Hier sitzen Polizist*innen, die täglich rassistische Kontrollen druchführen! Hier sitzen die Täter*innen von heute! Hier muss die Entnazifizierung beginnen!

Wir fordern:
Vollständige Entnazifizierung und zivilgesellschaftliche Überwachung von Polizei, Geheimdiensten, Militär und allen anderen Behörden! Kennzeichnungspflicht für Polizist*innen auf Bundesebene, damit die Täter*innen im Dienst auch identifiziert werden können!

Sofortige Beendung von rassitsichen Maßnahmen der Behörden wie Racial Profiling!

Vollständige und lückenlose Aufklärung sämtlich Straftaten, bei denen ein Verdacht auf einen antisemitische oder rassistischen Hintergrund besteht!


75 Jahre nach dem Tag der Befreiung ist es Zeit für eine neue und dieses mal gründliche Entnazifizierung 2.0!

Gedenkaktionen zum Tag der Befreiung

8. Mai 2020 - 10:24
#EntnazifizierungJetzt

Der 8. Mai ist der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und des Endes des Zweiten Weltkriegs. Doch Faschismus und Rassismus sind auch am 75. Jahrestag keine bewältigte Vergangenheit.
Wir wollen auf die historische und aktuelle Dimension dieses Tages aufmerksam machen. Mit einer Plakataktion werden die Namen, Gesichter und Schicksale von Nürnberger Widerstandskämpfer*innen und Opfern des NS-Regimes und des rassistischen Anschlags in Hanau im Stadtbild sichtbar.
Dass es Zwangsarbeiterlager mitten in Nürnberg gab und beispielsweise in den Siemens-Schuckert-Werken weibliche Häftlinge Sabotage betrieben ist noch immer kaum bekannt. Ein Beispiel dafür ist Zsuzsanna Perl, Jüdin aus Ungarn, die als Zwangsarbeiterin nach Nürnberg verschleppt wurde und an Sabotageakten bei der Produktion von Zündern von Siemens Schuckert beteiligt war.
Der 8. Mai 1945 war keine Stunde Null, eine konsequente Entnazifizierung fand nie statt. Alte und neue Nazis führten Strukturen fort, und bis heute leben faschistische Ideologien weiter. Welt- und europaweit sitzen faschistische Parteien  in Parlamenten, in Deutschland beteiligen sich Mitglieder des Verfassungsschutzes, der Polizei und Bundeswehr an nazistischen Schattennetzwerken und vertuschen rassistische Tatmotive. Statt für  Aufklärung zu sorgen, verdächtigen deutsche Behörden die Opfer rassistischer Anschläge, ignorieren rechtsextreme Strukturen, vernichten Akten und kriminalisieren antifaschistische und antirassistische Aktivitäten.
Für uns geht es am 8. Mai gleichzeitig um Erinnerung und die Aktualität des mörderischen Rassismus in diesem Land. Deshalb haben wir gerade an diesem Tag Portraits der Opfer des rassistischen Anschlags in Hanau auf Plakaten angebracht: Mercedes Kierpacz, Ferhat Unvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Sedat Gürbüz, Kalojan Velkov, Vili Viorel Păun und Fatih Saraçoğlu. Ihre Namen dürfen nicht in Vergessenheit geraten, rassistische und rechtsextreme Strukturen in Staat, Behörden und Gesellschaft müssen sichtbar gemacht und bekämpft werden.

Kein Vergeben, kein Vergessen – Entnazifizierung Jetzt!

AG Queerfeminismus

7. Mai 2020 - 21:35
Wir verstehen uns als queerfeministische Gruppe gegen jeden Rassismus und Antisemitismus. Seit einigen Jahren liegt unser Schwerpunkt in der Beschäftigung mit Antifeminismus von Rechts. Seit 2014 sind wir Teil des What-the-fuck-Bündnisses und mobilisieren gegen christliche FundamentalistInnen. In der Vergangenheit haben wir zu verschiedenen Themen, wie rechten Angriffen auf körperliche Selbstbestimmung, Pränataldiagnostik und den Paragraphen §218/219, gearbeitet. 2016 haben wir die Plattform Feminism Unlimited ins Leben gerufen, die verschiedene (queer-)feministischen und antirassistische Zusammenhänge und Gruppen zusammenführt und Raum für gemeinsame Projekte, Austausch und Öffentlichkeit schafft. Im letzten Jahr haben wir Podien zu rechten Aneignungsstrategien feministischer Themen und zum Recht auf Abtreibung organisiert. Wir unterstützen und beteiligen uns am Frauen*-Streik am 8. März und haben anknüpfend an jedem 8. des Monats im vergangenen Jahr den Kontakt zu feministischen und frauenbewegten Stimmen im Osten gesucht. Hierzu haben wir uns mit Feminismus während der DDR und Wendezeit beschäftigt und trafen Frauen in Berlin und Brandenburg, die damals und zum Teil bis heute politisch aktiv waren und sind, um von ihren Erfahrungen zu lernen. Im Erzähl-Café-Format diskutierten wir über Solidarität, Antifeminismus, Care-Arbeit, Gleichberechtigung und Normalisierung rechter Strukturen in Politik und Gesellschaft in Zusammenhang mit den Veränderungen des politischen Systems. Aktuell beschäftigen wir uns mit der rechtlichen und gesellschaftlichen Diskriminierung von Sexarbeiter/*innen und der damit in Zusammenhang stehenden Thematik des Familismus. In Zusammenarbeit mit Selbstorganisierungen von Sexarbeiter/*innen wollen wir ihre Arbeitskämpfe kennenlernen und unterstützen. Unsere AG teilt den Wunsch gemeinsam empowernd Politik zu machen. Dabei ist uns ein supportives Gruppenklima wichtig, um nach innen und nach außen grenzenlos-solidarische, (queer-)feministische und antirassistische Beziehungsweisen aufzubauen.

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