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Gegen die Gesamtscheiße! Rein in den antiautoritären Block!
Heraus zum Revolutionären 1. Mai 2026, 18 Uhr, O-Platz, Berlin-Kreuzberg
Weg damit:
Wehrpflicht, Militarisierung und Kriegsregime. Feminizide, Männlichkeit und Patriarchat. Nationalismus, Faschismus und AfD. Wasserprivatisierung, Autobahnausbau und Klimakatastrophe. Regierende Bürgermeister, Zäune und nächtens geschlossene Parks. Autoritarismus, Dogmatismus und scheinbar einfache Wahrheiten. Angriffe auf Rojava, Krieg in der Ukraine und Genozid in Gaza. Racial Profiling, »kriminalitätsbelastete Orte« und neue Polizeigesetze. Finanzielle Kürzungen, Demontage des Sozialstaats und der restliche Monat am Ende des Geldes. Gefangennahme von Cilia Flores mit Ehemann, von Antifaschist*innen und unserer langjährigen Nachbarin Daniela Klette. Private Wohnungsunternehmen, steigende Energiekosten und hohe Mieten. Merz, Pistorius und alle anderen da oben. Alles Würg!
Wann, wenn nicht wir?
Wir finden das Leben viel zu interessant, um es für all das herzugeben. Deshalb soll die ganze Scheiße zerfallen, wie es einst Karl Marx formulierte, und dazu werden wir beitragen. Wir spielen nicht mit, wir rebellieren, wir widersetzen uns. Wir verweigern uns den auferlegten Pflichten. Wir desertieren aus diesen Verhältnissen. Wir brechen aus und nehmen uns am Ersten Mai die Straße. Denn wenn schon die Gegenwart verloren ist, so wollen wir doch die Zukunft erobern.
Wer, wenn nicht hier?
Mit Zehntausenden werden wir am Abend des 1. Mai in Berlin zur jährlich größten Manifestation der radikalen Linken zusammenkommen. Uns eint unsere Unzufriedenheit mit dem Bestehenden und der Widerspruch zum Herrschenden, das kein Versprechen mehr für uns hat. Mit rebellischer Munterkeit laden wir zu einem Block auf der revolutionären 1.Mai-Demo alle ein: Wütende und Traurige, Lohnabhängige und vermeintlich Überflüssige, Kind und Kegel, Schlawinerinnen und Rabauken, Militante und die gesamte Bagage. In unserer Vielfalt finden wir die Einheit.
Wo, wenn nicht jetzt?
Wir wissen zu gut: Wer Besseres will, muss das Falsche angreifen. Deshalb brauchen wir nicht nur Überzeugungen. Wir brauchen Mut. Und Entschlossenheit. So wird es uns gelingen, am Ersten Mai einen weit über unseren Kiez hinaus sichtbaren kollektiven Mutausbruch zu organisieren. Dafür brauchen wir euch und all eure Freund*innen mitsamt eurem Widerspruchsgeist. Bringt außerdem Symbole, Schilder und andere Gegenstände eurer Verweigerung mit. Die Form wird den Inhalten ein Gesicht geben.
Wir werden das, was wir denken, sagen. Wir werden das, was wir sagen, tun. Wir werden das, was wir tun, dann auch sein.
Der Erste Mai wird der Anfang einer aufregenden Zeit. Wir sehen uns danach schon wieder Ende Mai bei Ende Gelände im Ruhrpott, im Juli bei den Aktionstagen gegen die Rüstungsproduktion in Berlin-Wedding und im September bei Rheinmetall Entwaffnen in Köln und Hamburg. Schließlich wird die Pyramide der Macht – wie wir es von den Zapatistas gelernt haben – in Flammen aufgehen.
Glück und Befreiung liegen nicht am Ziel, sondern auf unserem Weg.
Kommt mit uns in den rebellischen, antiautoritären Block gegen die Gesamtscheiße.
Freitag, 1. Mai, 18 Uhr, O-Platz.
Voilà tout.
Ende Gelände Berlin, Rheinmetall Entwaffnen Berlin, Interventionistische Linke und Freund*innen
Stärke, Status, Sexismus?
Anfang März wurde in Bremen eine Veranstaltung zu „Macht, Männlichkeit und Frauenhass“ abgesagt. Grund war die deutliche Kritik an der Einladung und Teilnahme Thorge Koehlers (Chef des Bremer Verfassungsschutzes), die auch an weitere geladene Gäste sowie an die Bürgerschaft herangetragen wurde. Die Absage hat die Bremer CDU & SPD ordentlich in Aufruhr versetzt. Nicht etwa aus ehrlichem Interesse an der Auseinandersetzung mit Antifeminismus, sondern mit dem Ziel, den in Bremen – besonders seit der Enttarnung des V-Manns Dîlan S. – in der Kritik stehenden Verfassungsschutz zu rehabilitieren. Dazu wollen sie am 07.04.26 eine neue Veranstaltung zum Thema “Stärke, Status, Sexismus” inszenieren. Denn CDU & SPD brauchen den Verfassungsschutz, um Buchläden zu brandmarken, die Kultur im Sinne der Regierung gefügig zu machen, um Kürzungen von Demokratieprojekten zu begründen und neue Berufsverbote einzuführen.
Wir hatten im Januar öffentlich gemacht, dass der über acht Jahre als V-Mann eingesetzte Dîlan S. mit mehreren der Personen, die er überwachte, intime und sexuelle Beziehungen eingegangen ist. Das ist patriarchale Gewalt. Thorge Koehler muss von diese Vorgänge gewusst haben. Er hat sie geduldet und als Chef des Bremer Geheimdienstes von diesen Beziehungen profitiert. Ein Täter wurde durch den Geheimdienst in die Lage versetzt, die Intimsphäre von Personen gezielt als Überwacher anzugreifen und sie ohne ihr Wissen in ein ungleiches Machtverhältnis zu bringen. Der Geheimdienst forciert und nutzt diese Machtkonstellationen aus, um illegal an Informationen zu kommen. Der massive Vertrauensmissbrauch und Verrat hat bei den betroffenen Personen tiefe Schäden hinterlassen. Der Geheimdienst, auch unter der Leitung Koehlers, hat diese Art des systematischen Machtmissbrauchs und sexuellen Übergriffs erst ermöglicht. Damit ist Koehler ein Mitwisser und Profiteur patriarchaler und sexualisierter Gewalt und kein Experte zum Thema Antifeminismus.
Im Gegenteil: Durch die gezielte Verfolgung, Überwachung und Denunziation von linken und feministischen Gruppen, die gegen das Patriarchat ankämpfen, leistet er dem Antifeminismus Vorschub. Das Bekämpfen feministischer Strukturen gilt gemeinhin als antifeministisch. Die ideologische Grundlage des Geheimdienstes – die Extremismustheorie – ist unfähig, die Täter in der vermeintlichen Mitte der Gesellschaft zu sehen. Wir fragen uns, welcher Extremismus-Strömung er die Christian Ulmens, Luke Mockridges und Till Lindemanns dieser Gesellschaft zuordnen will? Antifeminismus ist kein Phänomen das auf die radikale Rechte oder religiöse Fundamentalist*innen beschränkt ist, sondern gerade deshalb so gefährlich, weil er als Bindeglied zur sogenannten Mitte der Gesellschaft fungiert.Dass sowohl Dîlan klar als Täter zu benennen ist, als auch, dass sich Thorge Koehler in seinem Amt als Chef des Bremer Geheimdienstes als Mittäter schuldig macht, hatten solidarische Menschen erkannt und kritisiert. Womöglich hatten manche, der zur Podiumsdiskussion geladenen Gäste, ein Problem mit dieser Konstellation zu solch einem sensiblen Thema. Als Resultat wurde die Veranstaltung abgesagt. Ein Skandal für CDU, SPD und die lokalen Medien. Es wurde eine vermeintliche Drohkulisse kreiert und keinerlei Auseinandersetzung mit Kritik an der Teilnahme Koehlers zugelassen. Da ist plötzlich Schluss mit der viel beschworenen Meinungspluralität. Nicht einmal den Statements verschiedener Akteurinnen des zuvor geladenen Podiums, die sich im Nachgang auf die Falschbehauptungen in der Presse gezwungen sahen, Richtigstellungen zu veröffentlichen, wurde mediale Beachtung geschenkt. Stattdessen wurde einzig und allein der Leiter des Geheimdienstes zum Opfer gemacht (Täter-Opfer-Umkehr sollte gerade bei dieser Thematik ein Begriff sein).
Statt um „Sexismus und toxische Männlichkeit“ geht es SPD & CDU mit dieser „nachgeholten Veranstaltung im anderen Format“ schlichtweg um die Rehabilitierung des Verfassungsschutzes. Zu unwichtig ist es, solch überlebenswichtige Themen mit den wirklichen Expert*innen zum Thema zu diskutieren. An jenen herrscht in Bremen jedenfalls kein Mangel. Stattdessen spielt sich nun ausgerechnet die CDU zur „Verteidigerin der Frauenrechte“ auf.Dabei ist es offensichtlich, dass gerade die CDU im Kampf gegen Sexismus noch nie auf Seite der Emanzipation gestanden hat. Um sich dem zu versichern reicht es im Grunde, Friedrich Merz länger als zwei Minuten zuzuhören.
Trotzdem wollen wir hier etwas genauer hinschauen. In der Veranstaltungseinladung steht: “Und wie begegnen wir als Gesellschaft Strömungen, die Gleichberechtigung und Vielfalt ablehnen?” – Gute Frage! Wir fragen uns auch, wie wir mit Markus Söder und seinem Ruf nach “Schluss mit Gender Gaga” umgehen sollen. Weiter heißt es “Diskutieren Sie mit Expertinnen und Experten über antifeministische Tendenzen”. Antifeminismus verstehen wir als politische Strömung und Ideologie, die sich pauschal, aktiv und organisiert gegen feministische Anliegen und Positionen richtet. Es wird schnell klar, dass die Politik der CDU selbst im Kern antifeministisch ist. Die Verteidigung des §218 und damit die Aufrechterhaltung der Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen gehören zum festen Kern der Politik der CDU. Christlich-fundamentalistische Positionen sind in der CDU zutiefst verankert. So engagieren sich die “Christdemokraten für das Leben (CDL)” gemeinsam mit der autoritären und radikalen Rechten in der Anti-Choice-Bewegung. Auch die orchestrierte mediale Hetzkampagne gegen die Wahl der renommierten Juristin Frauke Brosius-Gersdorf zur Verfassungsrichterin wurde maßgeblich durch die CDU – in Zusammenarbeit mit rechten online-Portalen und AFD – vorangetrieben, um eine liberale Stimme zu dem Thema im Verfassungsgremium zu verhindern.Die CDU propagiert ein traditionelles Leitbild von heterosexueller Ehe und Kernfamilie. Alternative Lebensentwürfe haben darin keinen Platz und werden aktiv bekämpft. Man könnte sich fragen: Warum nicht Menschen einander lieben und leben lassen wie sie wollen? Doch hier wittert die CDU Gefahr für ihre konservativen Wertevorstellungen und versucht mit repressiven Maßnahmen die selbstbestimmte Entfaltung von Menschen mit anderen Vorstellungen zu unterbinden. Der Konservatismus möchte patriarchale Geschlechterrollen erhalten, er will zurück. Zurück zur Illusion der Zweigeschlechtlichkeit.
Dafür nimmt die CDU Transpersonen ins Fadenkreuz, wenn der Innenminister Listen von ihnen anfertigen will. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner untersagt queeren Beschäftigten der Bundestagsverwaltung unter Berufung auf die “Neutralitätspflicht” die Teilnahme am CSD in Berlin; zudem wird am Bundestag keine Pride-Flagge mehr gehisst. Es ist noch nicht allzu lange her, als Friedrich Merz gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe gestimmt hat. Auch seine jüngsten Äußerungen in der Debatte um digitale sexualisierte Gewalt zeigen, dass seine einzige Antwort auf diese strukturellen Probleme Rassismus ist. So oft sorgt sich die CDU nur dann um Frauen, wenn sie damit rassistisch mobilisieren kann. Um den Schutz von Frauen, TINA*–Personen und Queers vor jeglicher Gewalt geht es hierbei in keiner Weise.Die SPD ist mal wieder willfährige Mittäterin, indem sie den eigentlichen Gegner zum engsten Verbündeten erklärt. In Zeiten des Rechtsrucks geht für sie die Inszenierung des Geheimdienstchefs vor.
Thorge Koehler hat auf einem Podium zu Antifeminismus nichts zu suchen. Auch die anderen Teilnehmenden sollten sich fragen, ob sie nicht an Glaubwürdigkeit verlieren, wenn sie sich für das Inszenierungstheater, mit der selbst im Kern antifeministischen CDU, einspannen lassen.Wir setzen im Kampf gegen das Patriarchat auf eine starke feministische Bewegung, die Thorge Koehler von den Bühnen wirft!
Interventionistische Linke BremenCafé Arranca: Eindrücke aus Rojava
Nein zum Krieg gegen uns!
Am 8. März haben wir uns als Teil des feministischen Bündnisses Mannheim an der Demonstration zum internationalen feministischen Kampftag, beteiligt. Schon ein paar Stunden zuvor haben wir den Marktplatz für die Schlusskundgebung mit unseren Plakaten geschmückt. Die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft ist auch ein Angriff auf die Errungenschaften vergangener feministischer Kämpfe. In unserer Rede haben wir dazu gesagt:
Wir sagen NEIN zur Militarisierung und zum patriarchalen Krieg gegen uns!
Aus queerfeministischer Perspektive gehen Militarisierung und Patriarchat immer Hand in Hand und bedeuten Gehorsam, Härte, Dominanz sowie die Festschreibung stereotyper, binärer Geschlechterrollen.
Die gerade stattfindende Militarisierung und die daraus unweigerlich folgenden Kriege sind patriarchale Gewalt in ihrer extremsten Form, nicht nur gegen uns flinta*.
Ich frage: Um wessen Sicherheit geht es denn hier eigentlich?
Denn eines ist klar: gegen uns herrscht bereits Krieg, wir befinden uns nicht in Sicherheit:
Wenn täglich Feminizide geschehen, wenn sexualisierte Gewalt zum Alltag gehört, wenn queerfeindliche Angriffe zunehmen, dann sind wir nicht sicher.
In Kriegs- und Nachkriegsgesellschaften steigt häusliche Gewalt durch Kriegsheimkehrer massiv an. Sexualisierte Gewalt und Versklavung von flinta* werden ganz bewusst als widerliche Kriegswaffe eingesetzt.
Die momentan stattfindende Militarisierung will dies und viele Grausamkeiten mehr legitimieren und zum Normalzustand erheben.
Militiarisierung bedeutet im weiteren, dass zivile Infrastruktur für militärische Zwecke entfremdet wird. Während Milliarden in Aufrüstung fließen, fehlt das Geld überall sonst:
In Frauenhäusern, in Beratungsstellen, im sozialen Wohnungsbau, in der Bildung, in der Pflege und in den Krankenhäusern. So vieles davon ist jetzt schon kaputt gespart und ein Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht in Sicht.
Junge Menschen sollen wieder zum Dienst an der Waffe und zur Verteidigung des Vaterlandes verpflichtet werden. Die aktuelle Werbekampagne der Bundeswehr ist höchst manipulativ: finanzielle Anreize sollen über das hinwegtäuschen, was junge Menschen tatsächlich bei der Bundeswehr erwartet: nämlich die Ausbildung zum Töten, zum Gehorsam und zur Entmenschlichung!
Wir solidarisieren uns mit allen Menschen, die ihre Wehrbescheide vernichten, die verweigern und sich nicht von der Kriegslogik vereinnahmen lassen!
Denn dieses Vaterland mit seinen kapitalistischen Festungsgrenzen ist es nicht wert, verteidigt zu werden!
+ das Ende patriarchaler Gewaltverhältnisse
+ Vergesellschaftung von Care-Arbeit statt Finanzierung von Aufrüstung
+ Schutz vor misogyner und queerfeindlicher Gewalt in all ihren Formen
Unsere selbstbestimmten Körper dienen niemals dem Krieg!
Feminismus für alle - Wehrpflicht für Keine*n
Rote Zone: Hausbesetzungen, Aktivismus & Stadtentwicklung in Hannover
Im Dezember 1971 wurde in Hannover ein Haus in der Arndtstraße besetzt. Trotz schneller Räumung war es der Startschuss für die Entstehung selbstverwalteter Jugendzentren in der Stadt - von Döhren bis Badenstedt, von Kleefeld bis in die Nordstadt. In den 80er Jahren war die Hochzeit der Häuserkämpfe in Hannover. Auch wenn Besetzungen oft geräumt wurden, konnten so Häuser vor dem Abriss gerettet werden. Zuletzt wurde 1987 Sprengel erneut besetzt und nach Jahren Kampf und Verhandlungen wurde ein Teil Geländes legalisiert.
Im Sommer 2025 erscheint das Buch "Das Haus gehört UNS ALLEN!" in dem die Geschichte der Hausbesetzungen und selbstverwalteter Gemeinschaftsprojekte in Hannover ausführlich beschrieben wird. Wir haben die Autorin Tanja Tschöke in die Rote Zone eingeladen, um mit ihr über die Auswirkungen selbstverwalteter Projekte auf die Stadtentwicklung gestern, heute und morgen zu sprechen.
Eine Veranstaltung der Interventionistischen Linken Hannover.
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